Der Esaf-Funktionär verbietet Handys auch in der Schreinerei
Ein kleiner Rückblick, der gar nicht so lange zurückreicht: Das erste Handy kam 1983 auf den Markt. Ein dicker «Knochen» von 33 mal 4,6 mal 8,5 Zentimeter Kantenlänge, 800 Gramm schwer. Maximale Gesprächszeit: eine halbe Stunde, wobei die Minute 50 Cent kostete – egal, ob man anrief oder angerufen wurde. Das Handy war damals ein Luxusgut, Kaufpreis 3995 Dollar.
Heute, 39 Jahre später, ist das Handy auch im hintersten Winkel angekommen und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber nicht überall. Im hintersten Glarnerland will sich ein Unikum partout nicht zum Sklaven der Erreichbarkeit machen – auch wenn in der Schweiz inzwischen mehr Handys auf Sendung sind, als Einwohner leben. Und auch wenn der Mann seine Schreinerei oder das nächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest Esaf mitorganisiert. Er ist einerseits die rechte Hand des Präsidenten des Organisationskomitees (OK) Jakob Kamm und andererseits Präsident des Trägervereins, dem es mit einem starken Team gelungen ist, dank Mut, Zuversicht, Herzblut und Einsatz das Esaf ins Glarnerland zu holen. Die Frage ist da nur: wie – ohne Handy? Wie kann Hans-Ruedi Hauser so mit an der Spitze des grössten Sportanlasses der Schweiz stehen, der insgesamt 400'000 Besucherinnen und Besucher vereint?
Rauchzeichen gibt Hans-Ruedi Hauser keine
Breitschultrig steht Hans-Ruedi Hauser in seiner Schreinerwerkstatt da. Es riecht nach Holz. Rauchzeichen gebe er keine, wenn er sich verabreden wolle, verrät der 60-Jährige. «Auch schwinge ich keine Schweizerfahnen.» Das bekäme um die Ecken ohnehin keiner mit. «Vielmehr arbeite ich mit vorgegebenen Zeitfenstern, in denen ich meine Leute treffe.» Vor seiner Schreinerei steht auf der Schiefertafel: «Hier können Sie Ihre SMS schreiben.» Der Chef habe kein Handy. «Mittlerweile aber wissen die meisten, wo sie mich finden: beim Znüni.»