Einsichten ins Bündner Pressewesen
von Maya Höneisen
Den Anfang nahm alles mit einer Artikelserie des Journalisten und Historikers Hansmartin Schmid im «Bündner Tagblatt». Die Folge davon war eine Schau zum Thema Churer Presse in der Kantonsbibliothek, angeregt dazu hatte deren Leiterin, Petronella Däscher. Verleger Hanspeter Lebrument spann den Faden weiter und schlug eine Publikation zur Churer Presse vor. Gesagt, getan. Am Donnerstag wurde «Die Geschichte der Churer Presse» in den Räumlichkeiten der Somedia in Chur in Buchform vorgestellt.
Die Anzahl der erscheinenden Titel sei heute nicht mehr so gross, erklärte Lebrument in seiner Begrüssung. «Dafür haben wir heute keine Zeitungen mehr, wo man merkt, woher der Wind bläst», spielte er auf die früher parteipolitisch ausgerichteten Blätter an. Die Mehrheit der Leser wolle sich heute auf der Grundlage einer glaubwürdigen Berichterstattung eine eigene Meinung bilden. Wichtig sei, dass es auch in Zukunft kleine, lokale Medienprodukte gebe, die einen Beitrag dazu leisten würden. Hansmartin Schmid würdigte er mit den Worten: «Er ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten Journalisten unseres Kantons.»
Politisch geprägt
Schmid gab in seiner Ansprache einen gut fundierten Überblick über die Churer Presselandschaft. Er verknüpfte diese Geschichte mit der politischen Entwicklung in Graubünden. So zum Beispiel mit dem aus Lindau eingewanderten Buchhändler Bernhard Otto, der im Jahr 1799 die erste konservative «Churer Zeitung» publizierte. Schmid erzählte von weiteren Bündner Persönlichkeiten, die die Presse prägten und auch auf der politischen Bühne aktiv waren. Insgesamt erschienen in rund 200 Jahren nicht weniger als 26 Titel in Chur.
Das Buch mit zahlreichen Abbildungen historischer Dokumente ist gegliedert in verschiedene Linien, von der ersten «Bündner Zeitung» über die Linie des «Freien Rätiers» bis zur heutigen Somedia.