Ein Traummonat im Kanton
von Felix Blumer*
Dieser April war im Kanton Glarus der drittwärmste und der drittsonnigste April seit Messbeginn. Der Wärmeüberschuss betrug 4,4 Grad im Kantonshauptort, und die Sonne machte satte 77 Überstunden.
In der Statistik sind die Sonnenscheindauer und die hohen Temperaturen herausragend. Das ganz grosse Thema im Glarnerland war aber im vergangenen Monat die Trockenheit und die damit verbundene Waldbrandgefahr. Über Wochen herrschte Waldbrandgefahr der Stufe 4, also die zweithöchste Stufe, und lokal kam es zu Flurbränden. Erst gegen Monatsende entspannte sich die Situation, als es immer häufiger zu Schauern kam. So fielen in Glarus 43 Millimeter und im Süden des Kantons gut 50 Millimeter Regen.
Dies liegt aber immer noch weit unter dem Durchschnitt. In Glarus und Elm sind es gut 40 Prozent des üblichen April-Niederschlages, in Braunwald ist es sogar nur ein Drittel. Rekorde sind das aber nicht. So war es beispielsweise vor zwei Jahren überall im Kanton noch trockener. 2018 war die Situation allerdings nicht so prekär, da es zuvor nasser war und vor allem auch viel Schmelzwasser an den meisten Orten für die nötige Feuchte sorgte.
In Elm 5 Grad zu warm
In Elm war es gegenüber der klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 genau 5 Grad zu warm. Damit war der April 2020 der viertwärmste im Kleintal. Noch wärmer war es 2011 und 2018, vor allem aber 2007. Damals lag die Monatsdurchschnittstemperatur in Elm nochmals 1,7 Grad höher als jetzt.
Im Kantonshauptort war der Wärmeüberschuss mit 4,4 Grad nicht ganz so gigantisch. Allerdings war es in Glarus der drittwärmste April hinter 2007 und 2018, aber noch vor 2011. Am 17. April zeigte das Thermometer einen Wert von 22,8 Grad als Monatshöchstwert. In Elm war der Höchstwert 21,1 Grad am 18. April. In den klaren Nächten kühlte es zum Teil rapid ab. Am 1. April wurde in Glarus ein Tiefstwert von –3,2 Grad gemessen, in Elm waren es –5,5 Grad.