«Ein Monat ist verkraftbar, ab zwei Monaten wird es existenziell»
Herr Schiesser, was tun die Glarner Bauunternehmer, um ihre Mitarbeiter zu schützen?
Hannes Schiesser:Ich will vorwegnehmen, dass wir die Bundesrats-Entscheide ernst nehmen und natürlich unterstützen. Was der Baumeisterverband macht: Wir leiten die Vorgaben und Informationen sofort an unsere Mitglieder weiter. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat erste Priorität – das hat sie aber übrigens auch sonst.
Reicht es, einfach Informationen weiterzuleiten? Die Gewerkschaften werfen Ihnen vor, zu wenig zu tun.
Wir machen nicht zu wenig, sondern das, was es braucht. Jeder Bauunternehmer gibt sich Mühe, in Zusammenarbeit möglichst gute Lösungen zu finden. In so einer Situation müssen alle Beteiligten mithelfen, damit es funktionieren kann: die Bauunternehmer, die Mitarbeiter, der Staat, die Gewerkschaften. Ich bekunde Mühe, wenn die Gewerkschaft Unia Stimmung für Baustellenschliessungen macht.
Zum Glück waren die Auftragsbücher Anfang Jahr gut gefüllt.»
Aber Schliessungen ergeben Sinn, wenn die Gesundheit der Mitarbeiter nicht garantiert werden kann, oder?
Natürlich muss jede Baustelle für sich betrachtet werden. Ich denke, dass praktisch überall eine Lösung gefunden werden kann, wenn alle am gleichen Strang ziehen. Man muss bedenken: Wenn wir die Baustellen schliessen, gibt das riesige Probleme für die Wirtschaft.
Sie sprechen die wirtschaftlichen Folgen an: Wie sieht die Situation für die Glarner Baugeschäfte im Moment aus?