Ein grosser Schritt für die Leihbibliothek
Die Zeiten, in denen man in schummrigen und engen Gängen seine Literatur herauspickt, sind im «Schweizerhaus» definitiv vorbei. Ein freundlich eingerichtetes Lesecafé mit bequemen Stühlen lädt bereits seit einiger Zeit die Besuchenden im ersten Stock zum Verweilen ein. Doch bis anhin mussten sich die Davoser Leseratten an die Öffnungszeiten des Hauses halten. Das ist bald vorbei. «Dank der Umstellung auf eine ‹Open Library› können wir die Öffnungszeiten um ein Vielfaches erweitern», freut sich Leiterin Nicole Hunziker. Konkret bedeutet dies, dass die Besuchenden nicht mehr ständig betreut sind, sondern sich selbstständig in der Bibliothek bewegen können – wenn auch nur in der Leih-bibliothek. Die Ludothek und die Dokumentationsbibliothek sind bei diesem Schritt nicht involviert. Sieben Tage lang, von früh morgens bis spät abends, können alle mit einem dafür speziell ausgestellten Bibliotheksausweis das Gebäude selbstständig betreten. Am Eingang muss lediglich die Karte oder eine App auf dem Handy gescannt werden, und die Tür zum Reich der Literatur öffnet sich von selber.
Sinnvoll von der Digitalisierung profitieren
Im Haus soll es dann auch zu späten Abendstunden einladend sein. So ist auch geplant, die Beleuchtung mittels Zeitschaltuhren zu regeln, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Wer ein Buch mit nach Hause nehmen will, kann dies einfach per Selbstausleihe ausfassen. Unschöne Überraschungen wie beispielsweise Vandalismus erwarte man nicht. Denn dank der personalisierten Bibliothekskarten lasse sich zurückverfolgen, wer wann die Räumlichkeiten betreten habe. Und am Abend werde ein Nachtwächter einen Kontrollrundgang machen, bevor die Bücherei geschlossen wird.
Auch Landammann Philipp Wilhelm – dessen Departement die Kultur und somit die Bibliotheken angegliedert sind – freut sich über diesen Ausbauschritt: «Die Bibliothek wird so zu einem zusätzlichen Wohnzimmer – sofern man im Besitz eines entsprechenden Bibliotheksausweises ist». Zusammen mit seinen vier Kollegen vom Kleinen Landrat stattete er der Bibliothek im vergangenen Jahr einen Besuch ab, um die Notwendigkeit dieser Investitionen – im Budget sind rund 30 000 Franken vorgesehen – auf-zuzeigen. «Ein Schritt, um die Digitali-sierung und die Automatisierung aufeinander abzustimmen», wie es der Landammann nennt.