Ein Besuch beim Windrad in Haldenstein
Von Cindy Ziegler
Josias Gasser ist Unternehmer und Geschäftsmann. Energiepionier und GLP-Politiker. Alles ist dem 69-Jährigen gleichermassen wichtig. Und so empfängt er uns auch erst bei Gasser Baumaterialien und führt durch das grosse Haus am Rhein in Haldenstein. Er erzählt, wie das Gebäude hauptsächlich mit Sonne geheizt wird, erklärt den kleinen Pelletofen, spricht von der Wärmespeicherung im Beton und zeigt die Solaranlage auf dem Dach. Apropos Dach. Hier wachsen Wildblumen zwischen den Panels, der Blick gen Horizont bleibt beim grossen Windrad hängen. Wir gehen über die Treppen wieder nach unten. Josias Gasser schwingt sich aufs Lastenrad. Wir treffen uns erneut unterhalb des besagten Windrads. Es geht ein leichtes Lüftchen.
Man rechne einen einfachen Dreisatz
Der Mitbesitzer der Windanlage kramt einen Schlüssel aus seiner Jeans und steigt über die metallene Treppe nach oben. Er schliesst die Tür des Turms auf, der fast 120 Meter senkrecht in die Höhe ragt. Ein bisschen wirkt es, wie wenn wir ein Raumschiff besteigen würden. Innen umgibt uns Metall, eine lange Leiter führt scheinbar endlos nach oben. «Die ist nur für den Notfall», kommentiert Josias Gasser und zeigt auf eine Art Kabine. «Das hier ist der Lift, der nach oben in die Gondel, sprich ins Maschinenhaus, führt. Benützen dürfen den Lift nur ausgebildete Servicefachpersonen.» Neben der Kabine liegen Sicherungsgurte. Josias Gasser setzt sich einen orangenen Helm auf. «Sicherheitsvorgabe», meint er nur.
Der Haldensteiner öffnet die Tür zum Stromkasten. Ein kleiner Bildschirm leuchtet grün auf. «Im Moment läuft die Anlage, aber der Wind ist sehr schwach.» Er zeigt auf eine der Zahlen. «Die Windgeschwindigkeit liegt aktuell bei etwa sechs Meter pro Sekunde.» Das entspricht, man rechne einen einfachen Dreisatz, wie Josias Gasser mit einem Grinsen im Gesicht erklärt, 21,6 Kilometern pro Stunde. Der Finger des Experten wandet eine Zahl weiter. «Die Rotorblätter machen im Moment rund 9 Umdrehungen pro Minute. Der Generator dann fast 1000 Umdrehungen. Im Moment produzieren wir so etwa 400 Kilowatt Strom.» Wie das funktioniert? Ein simples Prinzip, meint Josias Gasser. Die Rotorblätter fangen den Wind ein, analog dem Segeln. Die Blätter nehmen die Kräfte auf und wandeln sie in eine Drehbewegung um. Diese Bewegung geht über ein Getriebe auf einen Generator. Dieser wandelt die Energie aus der Bewegung in Strom um, analog einem Dynamo.