«E nus na mancain betg?», Fussballverband vergisst Rätoromanen
Es sollte ein Weltmeisterschaft-Qualifaktionsspiel wie immer werden. Am Sonntag spielte die Schweizer Nationalmannschaft gegen Litauen. Doch schon zu Beginn überschattete ein anders Ereignis das Spiel: Das Tor war zu hoch. Anstelle der 2,44 Meter war es 2,53 hoch. Es wurde kurzerhand ersetzt, doch das nächste Debakel liess nicht lange auf sich warten.
Sprachen-Debakel folgt auf Tor-Debakel
Während des Spiels hingen drei grosse Plakate auf der Zuschauertribüne, welche den Fans gewidmet waren. Eine gut gemeinte Idee des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). In den Landessprachen Französisch, Deutsch und Italienisch war die Message «Ihr fehlt uns» zu lesen.
Das Problem an der Aktion ist aus Sicht viele Internet-User aber, dass zu den schweizerischen Landessprachen auch Romanisch dazugehört und dies einmal mehr vergessen ging. Ganz zum Unmut vieler Twitter-User. So fragte sich beispielsweise Viola Nesa Cadruvi auf der Social-Media-Plattform: «E nus na mancain betg? Was ist mit uns?».
Viola Nesa Cadruvi schreibt unter anderem regelmässig die Kolumne «Conivenza» in der Südostchweiz. Seit 2018 arbeitet sie als Assistentin am Lehrstuhl für Rätoromanische Sprach- und Literaturwissenschaft.
E nus na mancain betg?! Was ist mit uns? ð #rumantsch#4landessprachen
— Viola Nesa Cadruvi (@MolaViola)