Diese Auswirkung hat Italiens Abschottung auf Graubünden
TV Südostschweiz: Italien will das Land aufgrund des Coronavirus komplett abriegeln. Was für Konsequenzen hat diese Massnahme für den Kanton Graubünden?
Peter Peyer: Für uns ist vor allem wichtig, dass Grenzgänger weiterhin einreisen und somit auch weiterhin in Graubünden arbeiten können. Wir sind auf diese Arbeitskräfte angewiesen, insbesondere in den Bündner Südtälern und im Engadin. Dort sind im Gesundheitswesen viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Italien tätig und diese brauchen wir im Moment dringend.
Wie problematisch wäre es denn, wenn diese Grenzgänger nicht mehr einreisen könnten?
Das Problem wäre massiv, denn es würde Fachpersonal fehlen, das im Moment gebraucht wird. Zurzeit analysieren und planen wir diverse Szenarien, wie man diese Fachkräfte ersetzen könnte. Zum Beispiel durch den Einsatz von Personal aus dem Zivilschutz. Klar ist aber: Wir sind darauf angewiesen, möglichst lange auf die Fachkräfte aus Italien zählen zu können.
Sind die Bündner Grenzgebiete denn stärker vom Coronavirus betroffen als andere Gebiete im Kanton?
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass sie nicht stärker betroffen sind. Aktuell gibt es im Kanton 19 Fälle. 18 davon im Oberengadin und einer im Misox. Wir wissen jedoch, dass die Sensibilität etwa im Puschlav, im Bergell oder im Münstertal höher ist und diese Regionen mehr auf Grenzgänger angewiesen sind. Wir sind in regem Kontakt mit den Gemeinden, Ärzten und Institutionen der Gebiete.
Was plant und tut der Kanton im Moment bezüglich der Ausbreitung des Virus?