Die Zeit der Freude ist wieder da
Von Pfarrer Sebastian Thayyil
Die Adventszeit ist eine Vorzeit auf das hohe Weihnachtsfest, das Fest der Freude. An Weihnachten wollen wir das Kommen des Herrn und seine machtvolle Anwesenheit in unserer Welt feiern. In Jesus Christus kam Gott uns entgegen und geht immer mit uns. Wir brechen auf in die Zukunft, die er uns bereitet. Im Advent ist uns der Anfang der Geschichte und ihre Vollendung durch Christus gegenwärtig.
Auf einem Weg ohne Gott werden wir Schaden nehmen
Jesus sagt im Evangelium, wenn der Menschensohn wiederkommt, dann wird es genau so sein wie in den Tagen Noahs. Die Menschen essen und trinken und heiraten, sie ahnen nichts bis zu dem Tag, an dem die Flut kommt und alle wegrafft (Mt.24, 37–40). Kann es sein, dass wir heute einfach gedankenlos in den Tag hineinleben ohne mit der Wiederkunft Christi zu rechnen? Jede und Jeder trifft ihn wirklich am Ende seines eigenen Lebens.
Was Gott uns durch Jesus sagt, müssen wir wahrnehmen
Dass es ein Gericht Gottes über diese Welt geben wird, passt heute überhaupt nicht zu dem Gottesbild von vielen Menschen. Genau wie damals während der Zeit Noah‘s.
Damals fing Noah an, mitten auf dem trockenen Land ein Schiff zu bauen (Genesis 6). Nicht ein kleines Modellschiff, sondern ein riesiges Schiff. Hunderte von Kilometern ringsum kein Wasser. Da kommen die Leute und fragen: «Noah, sag mal, was machst du da eigentlich?» – «Ich baue ein Schiff.» – «Wieso baust du ein Schiff mitten auf dem trockenen Land?» Noah schaut gen Himmel und sagt: «Gott hat zu mir gesprochen und er hat mir gesagt, dass ich ein Schiff bauen soll.» Noah wurde zum Gespött des ganzen Dorfes. Da sagt Noah zu ihnen: «Aber Gott hat gesagt: Die Welt ist so sündig geworden und so verdorben, dass er durch eine Flut die ganze Welt vernichten will.» Und dann haben sie den Noah aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Noah hat weitergebaut. Dann kommt der Tag, an dem Noah diesen Leuten sagt: «Ich gehe jetzt in die Arche, in das Schiff. Geht ihr mit?» Aber dann schauen alle ganz verlegen zu Boden. Keiner geht mit hinein in die Arche, nur Noah mit seiner Familie. Bald darauf kommt die Flut über alle, arm und reich, jung und alt, Priester, Theologen und Arbeiter. Und jetzt war einzig die Frage entscheidend: Wer ist drinnen, und wer ist draußen?