Die Villa am Stein erhält eine «Nachfolgerin»
Es war um 1880, als das damalige Hotel Buol (heute Standort der Überbauung «Carlton am Park») eine Dependance weiter oben am Hang errichten liess. «Haus am Stein» nannte man den Bau. Kurz darauf, von 1881 bis 1882, wohnte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, bekannt geworden durch «die Schatzinsel», dort. Eine Dekade später, 1892 bis 1894, war mit Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle erneut eine literarische Berühmtheit zugegen. Und mit Thomas Mann («der Zauberberg»), der 1912 an der Buolstrasse 10 logierte, reihte sich einer der bekanntesten Schriftsteller des deutschen Raums in die Reihe prominenter Gäste ein.
Originalgetreues kaum mehr vorhanden
Bereits 1904 wurde die «Villa am Stein», wie sie nun hiess, zusammen mit dem Villensanatorium Oberhof durch Professor Friedrich Jessen betrieben. Anstelle des Oberhofs wurde dann schliesslich 1911 das Waldsanatorium erstellt, an dessen Geschichte das heutige Waldhotel anknüpft. Die Villa am Stein wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten diverse Male umgebaut. Von ihrem ursprünglichen Charme blieb aber nicht mehr viel übrig. «Der Zustand hatte zuletzt rein gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Bau zu tun», erklärt der Immobilien-Manager des Bauherrn, Silvio Renke, im Gespräch mit der DZ. «Das Ganze war auch nicht mehr erhaltenswert. Das Erd- und das Untergeschoss waren gar unbewohnbar geworden.» Bereits vor einigen Jahren wurde deshalb die Planung eines Ersatzneubaus angegangen.
Nach den diesjährigen Osterfeiertagen war es soweit, und die Bagger fuhren auf, um das altehrwürdige Gebäude, das eben doch nicht mehr ganz so ehrenwert war, abzureissen (siehe DZ vom 22. April). Wie Renke erklärt, seien derzeit die Baumeisterarbeiten im Gange. Konkret werde am Fundament gearbeitet. Froh ist man über die geologischen Bedingungen: «Wir müssen praktisch keinen Fels abtragen.»