Die Schweiz geht den «Bündner Weg»
Herr Bühler, der Bundesrat hat heute entschieden, dass schweizweit Massentests durchgeführt werden. Das ist quasi der Bündner Weg, der ja nun auf die Schweiz ausgeweitet wird. Ist das für Sie ein grosser Meilenstein?
Martin Bühler: Das ist in der Tat eine hübsche Weiterführung von all den Schritten, die bisher bereits passiert sind. Und es ist eine Genugtuung zu sehen, dass das, was man hier probiert hat, auch in einem grösseren Rahmen funktionieren könnte.
Der sogenannte «Bündner Weg» zeigt sich als guter Weg. Trotzdem wollten viele Kantone nicht mitmachen. Werden diese Kantone nun auch an Bord kommen, jetzt, wo der Bund die Kosten fürs Testen übernimmt?
Ich bin davon überzeugt, dass dies von vielen Kantonen mitgetragen wird. In den letzten Wochen stand ich in regem Kontakt mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Kantonen, und sie sind dabei ein Konzept zu erstellen und sie interessieren sich durchaus für unseren Weg.
Der Kanton Graubünden hat nicht darauf gewartet, dass der Bund die Tests finanziert. Warum nicht?
Unsere Regierung hat die Grundlagen, die wir erarbeitet haben, von Anfang an sehr wohlwollend aufgenommen. Nach dem ersten Massentest in Südbünden hat sie dieses Konzept vorangetrieben. Sie wollte das Testen als weiteren Pfeiler haben. Die Regierung war stets bereit, diese Kosten zu übernehmen, egal ob der Bund sich daran beteiligt oder nicht.