Die Schule im Schwändital geht zu
Seit 1860 gehen die Kinder des Schwänditales und des Oberseetales in einem eigenen Schulhaus zur Schule. Vor den Sommerferien 2021 werden sie es voraussichtlich zum letzten Mal tun: Der Gemeinderat Glarus Nord und die Schulkommission haben entschieden, den Unterricht an der Näfelser Bergschule am Ende des Schuljahres einzustellen. Damit findet die kleinste Schule im Kanton vorerst ihr Ende.
Grund sei die sinkende Zahl der Schüler, so die Gemeinde. Derzeit besuchen sieben Kinder die Primarschule im Schwändital. Dort unterrichtet eine Lehrerin die Erst- bis Sechstklässler gemeinsam. Im kommenden Schuljahr wären noch fünf Schüler im Schwändital zur Schule gegangen.
Wegen der stark sinkenden Schülerzahlen werde es eine Herausforderung, die Qualität des Unterrichts zu garantieren, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Das Problem ist dabei ausgerechnet die kleine Klassengrösse: Den Kindern fehle der Umgang mit gleichaltrigen Gspänli.
«Zwiespältige Reaktionen»
Die Schüler aus dem Oberseetal und dem Schwändital werden ab Sommer in den Schulen Näfels Dorf und Mollis am Bach unterrichtet. «Für sie wird ein Transport ins Tal organisiert», sagt die zuständige Gemeinderätin Sibylle Huber gegenüber den «Glarner Nachrichten». Bereits heute geht ein Kind aus dem Schwändital in Näfels in den Kindergarten. Denn den Kindergarten im Schwändital gibt es bereits nicht mehr. Glarus Nord erhalte vom Kanton keine Bewilligung für einen Kindergarten, wenn diesen nur einzelne Kinder besuchen, so die Gemeinde.
Die Reaktionen der Eltern auf das Ende der Näfelser Bergschule seien «zwiespältig», sagt Gemeinderätin Huber. «Einerseits sind sie sehr enttäuscht, weil mit der Bergschule auch ein Stück Kultur verloren geht. Andererseits sind sie teils auch froh, dass für die Kinder ein Austausch mit Altersgenossen möglich wird.»
Die Gemeinde selber bedauert den Entscheid. «Den Verantwortlichen der Gemeinde Glarus Nord ist bewusst, wie einschneidend der Verlust einer Schule für ein Berggebiet ist und bedauern, diesen einzigartigen Schulstandort im Moment nicht mehr mit Kindern beleben zu können», heisst in der Mitteilung.