Die Schafskälte war wieder einmal zu Besuch
Regen- oder Sonnenschirm? Jacke oder T-Shirt? Die perfekte Bekleidungswahl zu treffen, war schwer in den letzten Tagen. «Im Moment haben wir Wischi-waschi-Wetter», bestätigt Stefan Scherrer von Meteonews den nicht-professionellen Blick aufs Wetter. «Die Ursache dafür ist in einem Kaltlufttropfen zu finden, also kalte Luft polaren Ursprungs in der oberen Troposphäre. Deswegen gibt es derzeit unbeständiges, wechselhaftes Wetter.» Keine Schlechtwetter-Front also, aber mit der vorhandenen Feuchtigkeit und der hochstehenden Sonne bilden sich tagsüber jeweils grosse Quellwolken, die sich ab und zu in Regenschauern entladen. Das Wetter entsteht mehr oder weniger vor der eigenen Haustür.
Schafspelz von Vorteil
Von März bis Mai sei die Niederschlagsmenge unterdurchschnittlich gewesen, angereichert mit vielen Sonnenstunden, blickt Scherrer zurück. «Vor allem im April waren die Temperaturen überdurchschnittlich hoch.» Danach kam ein eher gewöhnlicher Mai, gefolgt von zwei, drei schönen Junitagen. Darauf gab es viel Niederschlag und für kurze Zeit war die Schneefallgrenze tief. «Am 7. Juni schneite es lokal bis auf etwa 1000 Meter runter. In Andeer zum Beispiel konnten Schneeflocken beobachtet werden», erzählt Scherrer. «Und das ist doch eher ungewöhnlich, dass es im Juni soweit hinunter schneit.» Für diese meteorologische Singularität gibt es einen Namen: Schafskälte. Diese ist gemäss Scherrer «grundsätzlich nichts Aussergewöhnliches», kam aber in den letzten Jahre immer weniger oft vor. Aus diesem Grund seien wir uns nicht mehr an eher kühle Tage im Juni gewohnt.