Die Radiostimme der Lakers hofft auf eine Zugabe daheim
Jawohl!», tönt es aus dem Äther. «Und da isch de Siegestreffer gfalle fürd Rapperswil- Jona Lakers.» Istvan Nagy macht nach dem sensationellen Triumph der Rapperswil-Jona Lakers in den Play-off-Viertelfinals über Favorit Lugano keinen Hehl aus seiner Freude. «In so einem Moment sind Emotionen da, da darf man auch mal laut werden.» Der Halbfinaleinzug, der erste seit 2006 und der zweite in der Geschichte des Klubs, war auch für Nagy ein spezieller Moment.
Doch müsste er als Radioreporter nicht neutral sein? «Nein», sagt er lachend. Das sei das Schöne an seinem Job. Seit 28 Jahren berichtet er für Radio Central über die Lakers, verfolgte weit über 1000 Spiele. Beim Regionalradio müsse er kein Geheimnis daraus machen, wo seine Sympathien liegen. Das sei auch der Grund, wieso er mehrmals Angebote des SRF abgelehnt habe, sagt Nagy. So habe ihn etwa der legendäre SRF-Sportreporter Bernhard Schär nach einem Kurs in Magglingen zum nationalen Sender locken wollen. «Doch dort hätte ich neutraler und auch von Spielen anderer Klubs berichten müssen», sagt Nagy. «Das interessierte mich nicht.»
Vollblut-Reporter im Nebenamt
Angefangen hat Nagys Medienkarriere 1988 bei der damaligen Zeitung «Die Linth». Dem Lokaljournalismus blieb er über all die Jahre treu – stets als Nebenjob. Schon 1989, mit 22 Jahren, gründete er seine eigene Firma. Nagy (Aussprache: Natsch) bietet Kurierdienste an und vermietet Kleinbusse.
Anfang der Neunziger stellte ihn der damalige SCRJ-Boss Bruno Hug als Pressechef beim Klub ein. Anderthalb Jahre später stieg Nagy als Radioreporter bei Radio Central ein. Längst ist er in der Region als die Radiostimme der Lakers bekannt. Viele meinten, er sei vollamtlicher Sportreporter, erzählt Nagy. Als Lakers-Trainer Jeff Tomlinson ihn auf einmal am Expo-Stand seiner Firma angetroffen habe, sei dieser ebenso überrascht gewesen wie Goalie Melvin Nyffeler, der eines Tages wegen einer Büssli-Miete in Nagys Büro auf dem Zeughausareal stand.