Die «Lismergirls» stricken für Babys und Kranke
Die Hände bewegen sich flink und die Nadeln tanzen nur so durch die Luft. Neun Frauen im Alter von 30 bis mehr als 80 Jahren sitzen an einem Tisch und stricken, was das Zeug hält. Und dabei wird viel gelacht. So passiert es jeden Montag in der kalten Jahreszeit in Schwändi, wenn sich die «Lismergirls» treffen. «Das ist nicht unser offizieller Name, ich nenne sie einfach so», sagt Claudia Zimmermann-Gambarara.
Die 42-Jährige hatte vor bald zehn Jahren die Idee zu dem Treff. «Ich wollte mit Gleichgesinnten etwas machen, egal welchen Alters. In Schwändi sind die Winter relativ lang, da muss man sich beschäftigen. Es soll auch den Einstieg ins Dorfleben für Neuzuzüger vereinfachen.» Die Frauen treffen sich etwa 20 Abende von Oktober bis zum Frühlingsbeginn, um ihrem Hobby zu frönen.
Einen Nerv getroffen
Die Idee kam bei den Schwänderinnen sofort sehr gut an, wie Zimmermann-Gambarara erzählt: «Ich habe nicht viel Werbung gemacht, sondern lediglich einige Aushänge platziert. Aber bereits beim ersten Treff waren über zehn Frauen anwesend.»
Auch die 84-jährige Marianne Zimmermann. «Als ich davon erfuhr, musste ich einfach mitmachen», sagt die älteste Teilnehmerin an diesem Abend in Schwändi. «Eine muss die Älteste sein», schiebt die rüstige Seniorin mit einem Lachen nach.
Ein Generationentreff
Mittlerweile ist es laut Claudia Zimmermann-Gambarara weit mehr als «nur» ein Treffen zum Stricken. «Wir tauschen uns über alles mögliche aus, von Kochrezepten bis über die Geschichte von Schwändi oder einfach alltägliche Themen, welche die Leute im Dorf beschäftigen. Dadurch, dass so viele Generationen vereint sind, kann jeder etwas vom anderen lernen. Es ist quasi ein Generationentreff.» Der Kaffee und der Kuchen dürfe aber auch nicht fehlen, ergänzt Zimmermann-Gambarara.
Der Treff sei auch für Frauen wertvoll, die sonst weniger aus dem Haus kommen würden. «Ich schätze, diesen Frauen tut der soziale Kontakt gut und sie geniessen das Zusammensein», so Claudia Zimmermann-Gambarara. Nein, eine Selbsthilfegruppe seien sie aber nicht. «Vielleicht manchmal ein bisschen», ergänzt die zweifache Mutter scherzhaft.