Die Blechlawine am Seedamm bleibt Spitzenreiter
Um 1,3 Prozent ist der motorisierte Verkehr auf den Kantonsstrassen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ergab die Auswertung der jährlichen Verkehrszählung, wie die Staatskanzlei gestern bekanntgab. Erfreulich: Auch mehr Fahrräder waren unterwegs.
Von 2016 auf 2017 hatte das Plus nur bei 0,4 Prozent gelegen. Dass der Anstieg dieses Mal höher ausfällt, bereitet dem Leiter des Bereichs Mobilität und Planung beim kantonalen Tiefbauamt, Sascha Bundi, kein Kopfzerbrechen. «Das hängt mit dem Bevölkerungswachstum zusammen. Der Anstieg sagt ausserdem nicht aus, dass nur mehr Autos unterwegs waren.» Auch der Bus- und Motorradverkehr flösse in die Zahl ein. «Die Zunahme fällt im erwarteten Mass aus», sagt Bundi.
Seedamm bleibt ein Nadelöhr
Die Staatskanzlei verweist in ihrer Mitteilung auf Verkehrs-Höchstwerte in einzelnen Regionen. An erster Stelle steht das Linthgebiet. Ganz vorne lag die Zahl der durchschnittlichen Autos im Monat September auf der A 53 zwischen Schmerikon und Uznaberg. Da es sich um eine Autobahn handle, stehe die A 53 gewissermassen konkurrenzlos da, sagt Bundi.
Bei den übrigen Kantonsstrassen ist der Seedamm in Rapperswil-Jona weiter Spitzenreiter. Im Jahresschnitt wurden hier pro Tag 26 362 Fahrzeuge gezählt, im Juni 2018 waren es gar 26 992 Fahrzeuge pro Tag. Zum Vergleich: Am Unteren Graben in der Stadt St. Gallen waren es im Juni im Schnitt nur 24 720 Fahrzeuge täglich.
«Der Seedamm ist jedes Jahr Spitzenreiter», sagt Bundi. So eine Engstelle gebe es sonst nirgends im Kanton. «Dort stehen wir von der Infrastruktur her an der Leistungsgrenze. In Spitzenstunden passen nicht mehr Autos durch.»
Dass in den kantonalen Zentren hohe Verkehrswerte gemessen würden, sei logisch. Bundi betont aber auch: «In der Stadt gibt es auch die höchsten Zahlen beim öffentlichen- und beim Veloverkehr.» Der Kanton sei bemüht, den Verkehr in den Zentren künftig möglichst verträglich abzuwickeln und zu verdichten.