Der Winter liess seine Muskeln spielen
von Felix Blumer*
Lange Zeit hatten wir das Gefühl, dieser Winter sei grau und kalt. Ein Blick in die Statistik zeigt: Das Gefühl trügt. Der Winter war im Kantonshauptort 1,9 Grad zu warm, in Elm waren es 1,5 Grad. Damit liegt unser Kanton sogar hinter anderen Kantonen, in denen es wärmer war. Im Hochgebirge und im Süden betrug der Wärmeüberschuss zwar auch nur etwa 1,5 Grad, im Mittelland war es aber an den meisten Orten gut 2 Grad wärmer als während der klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Schaut man im Kanton Glarus zurück, dann findet man schon rasch deutlich kühlere Winter, so 2016/17 und 2017/18. Riesige Temperaturunterschiede gab es vor allem im Februar. Schon am 6. Februar zeigte das Thermometer im Hauptort 16,9 Grad. Eine gute Woche später wähnte man sich aber schon fast in Sibirien. Am Morgen des 14. Februars wurden in der Stadt –11,1 Grad gemessen. Im Vergleich zu den –30,5 Grad am gleichen Morgen in Samedan war das aber eigentlich gar nichts.
Danach wurde es wieder mild, so mild wie noch gar nie im Februar bei uns. Am 21. Februar wurden in Glarus 19,4 Grad gemessen, die höchste Februartemperatur in Glarus überhaupt. Am Tag darauf zeigte das Thermometer nochmals 19,1 Grad. Auch dieser Wert lag noch über dem alten Rekord von 18,8 Grad. Jener wurde sowohl am 3. Februar 2002 wie auch am 27. Februar 1994 gemessen. Richtig kalt war es aber nicht nur im Februar. Schon am 11. Januar sank das Thermometer in Glarus auf –10,6 Grad.
Elm erlebte innerhalb einer einzigen Woche einen Temperaturanstieg von satten 32 Grad. Am Sonntag, 14. Februar, lag der Tiefstwert bei –16,6 Grad. Nur eine Woche später zeigte das Thermometer am Fusse des Martinslochs mit Föhn einen Wert von +15,4 Grad.