Der Winter bläst dem Frühling noch einmal den Marsch
Bis am Samstag heizte im Glarnerland der Frühling dem Winter ein. Dann stürzte die Temperatur in der Nacht auf Sonntag in die Tiefe, mit ihr die Schneefallgrenze. Am frühen Morgen war es oberhalb von Schwanden auch im Tal unten weiss. In Linthal verschwinden die blühenden Krokusse unter dem (fast) zehn Zentimeter hohen Neuschnee.
General Winter hat eine Woche vor dem Frühlingsanfang am Samstag, 20. März, dem Glarnerland nochmals mit Pauken und Trompeten den Marsch geblasen. Mit allem, was es dazu braucht. Dazu gehörten nebst dem Schneefall auch kräftige Windböen. Die Gumenbahn musste ihren Betrieb gar einstellen, erfährt man unten in der Braunwaldbahn-Talstation.
Meteocentrale.ch meldet die stärkste Windböe des Sturmtiefs «Luis» mit 161 Kilometern pro Stunde (km/h). Gemessen wurde diese Spitzengeschwindigkeit auf dem Hohen Kasten – an der Grenze der Kantone Appenzell-Innerrhoden und St. Gallen. Stolze 123 km/h wurden aber auch auf dem dem Zürcher Hausberg, dem Uetliberg, gemessen.
Glarus mit blauem Auge davongekommen
Im Glarnerland wurde dem Sturmtief – wie es im Nachhinein aussieht – offenbar der Wind aus den Segeln genommen. «Der Bergkanton lag geschützt gegen den Weststurm», erklärt Felix Blumer, der Meteorologe des Schweizer Radio und Fernsehens aus Glarus. «Im Hauptort wurde die Maximalböe erst am Sonntag früh mit 59 km/h erreicht, in Elm waren es sogar nur 50 km/h», weiss Blumer. «Nur» 106 km/h bläst die Spitzenböe oberhalb von Elm über den Vorab, wie Blumer weiter ausführt.
Keine besonderen Vorkommnisse im Glarnerland
Ruhig blieb es bei der Kantonspolizei Glarus. «Wir haben keine Schadensmeldungen bekommen», heisst es auf der Einsatzzentrale.
Das war in der übrigen Schweiz anders: Der Sturm löste Dutzende von Schadensmeldungen und Einsätzen von Polizei und Feuerwehr aus. Die meisten Einsätze betrafen umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, umgeblasene Verkehrsschilder oder Bauabschrankungen.