Der Wärmeeinbruch ist aussergewöhnlich – der Schnee nicht
von Jakob Heer
Starker Schneefall und grosse Lawinengefahr führten dazu, dass das Klöntal ab dem Abend des 27. Januars von der Aussenwelt abgeschnitten war. Die Strasse entlang dem See war für längere Zeit, von Mittwoch bis Samstag gesperrt. Aufgrund des Wärmeeinbruches entschieden die Verantwortlichen am Donnerstagabend, auch die Strasse von Riedern/Staldengarten bis zum «Rhodannenberg» mit einer Nachtsperre zu belegen. Diese wurde am Freitagmittag wieder aufgehoben. Davor, in der Nacht auf den Freitag, hatte die Fürerrunse prompt unterhalb er Haselteufe überführt.
Am Samstag wurde bei der Reko-Fahrt festgestellt, dass bei praktisch sämtlichen Lawinenzügen entlang der Seestrasse eine Entladung stattgefunden hatte. So beschloss die Behörde, die Strasse dem See entlang zu öffnen. Zuständig dafür ist die kantonale Lawinendienstkommission. «Früher waren solche Winter die Normalität, ja es gab noch weit strengere Winter als der jetzige», erinnert sich Hans Hefti, der die Strasse ins Klöntal im Auftrag des Kantons pflügt. «Bloss, ein derartiger Wärmeeinbruch, kombiniert mit so viel Regen, ist aussergewöhnlich. Das habe ich in den früheren Jahren auch schon erlebt, jedoch sehr selten.»
Hefti pflügt die Strasse von Riedern ins Klöntal schon seit Mitte der 1970er- Jahre. Als Knabe durfte er jeweils seinen Vater im Traktor begleiten. Lediglich bei gefährlichen Strassenverhältnissen nicht. «Dann musste ich der Sicherheit zuliebe Zuhause bleiben», erinnert er sich an seinen Jugendzeiten.
Zuständigkeit bei der Abteilung
Ob die Strasse geöffnet oder geschlossen wird, entscheidet die Lawinendienstkommission, der Hansheiri Legler vorsteht. Legler ist der Abteilungsleiter Strassenunterhalt beim Kanton. Bruno Steiger vom Seewärterhaus ist Mitglied der Lawinendienstkommission. Nachdem die Strasse am 27. Januar geschlossen wurde, entschieden beide, diese am Samstag, 30. Januar, zu öffnen. Entscheidet man sich für eine Öffnung, tragen die zuständigen Personen eine Verantwortung – schliesslich wagt man sich in ein Risikogebiet. Mit dem Auto fuhr ein Mitglied der Lawinenkommission hinter den Schneeräumungs-Equipen her, um sich ein Bild von der Schneelage machen zu können. «In einer solchen Situation muss man sich bewusst sein, dass man sich in eine Gefahrenzone begibt. Man weiss nicht, was einem erwartet. Man muss immer wachsam sein, denn Folgelawinen sind theoretisch immer möglich», betont Legler.