Der «Sternen» geht mit viel Prosecco und Tränen unter
Im «Sternen» in Uetliburg ist es warm und gemütlich. Vor dem Fenster fallen an diesem Vormittag Schneeflocken. In der Gaststube sitzen einige Leute. Manch einer bestellt um kurz nach zehn schon eine Stange. Im grossen Saal sitzen rund 50 Rentner, die mit einem Bus gekommen sind. Sie lauschen einem Vortrag über Gesundheit und Ernährung. Danach verkauft der Organisator passende Produkte.
Wirt Hansruedi Loop muss unser Gespräch immer wieder unterbrechen, um Gäste zu bedienen. Er kennt sie beim Vornamen oder nennt sie einfach Schätzeli. «Nach so vielen Jahren kennst du fast alle. Viele Gäste sind Freunde», sagt der 59-Jährige.
Geschäftssinn von der Mutter
Der Vortrag im Saal ist zu Ende. Einige Senioren kommen in die Gaststube. Eine Frau mit Keramikstiefeln in der Hand kommt zu uns an den Tisch und bezahlt diese beim Wirt. Loop verkauft in seinem Lokal auch Deko-Artikel. «Du hast mehr verdient als ich», sagt der Redner aus dem Saal lachend zu ihm. Er habe immer auch andere Dinge verkauft als Getränke und Speisen, erzählt der Wirt. Vor ihm auf dem Tisch steht ein Glas Prosecco. «Der Geschäftssinn kommt vielleicht von zu Hause. Wir hatten einen Lebensmittelladen, in dem meine Mutter auch Blusen, Hemden und andere Dinge verkauft hat.»