Der Landrat tagt für den Rest des Jahres im «Schützenhaus»
Drei Dinge hat Ratssekretär Michael Schüepp aus dem Landratssaal ins Glarner «Schützenhaus» gezügelt: Das Banner mit dem Heiligen Fridolin, den Sessel für den Präsidenten und dessen Glocke, mit der er Ruhe gebieten kann. Der Rest ist improvisiert.
Dass der Landrat im «Schützenhaus»-Saal tagt, war schon länger vorgesehen. Denn ab der Sommerpause und für den Rest des Jahres ist der Landratsaal im Rathaus eine Baustelle. Er wird komplett saniert, neu eingerichtet und erhält eine Mikrofon- und Abstimmungsanlage. Als vor 20 Jahren die Sanierung des Rathauses angegangen wurde, hat man den Landratssaal noch ausgespart, das wird jetzt endlich nachgeholt. Seine miserable Akustik ist berüchtigt.
Jedem Landrat seinen eigenen Tisch
Jetzt zieht der Landrat coronabedingt zwei Sitzungen früher ins Provisorium. Zum letzten Mal getagt hat man im Februar. Jetzt soll der Ratsbetrieb am Mittwoch wieder aufgenommen werden, aber mit mehr Platz am neuen Ort. In den fest eingebauten Sitzreihen im Rathaus kann keine Zwei-Meter-Regel eingehalten werden, auch wenn aus früheren Zeiten für die 60 Landräte noch 80 Sitze zur Verfügung stehen. Der «Schützenhaus»-Saal ist aber gross genug, damit jeder Parlamentarier seinen eigenen Tisch bekommen und so die Distanz gewahrt werden kann.
Die Anordnung der Tische ist derjenigen im Landratssaal nachgebildet. Auf einem Podest sitzen der Präsident in seinem herbeigeschafften Sessel und neben ihm der Vizepräsident und der Ratsschreiber. In der Mitte über ihnen ist wie im Landratssaal das Banner befestigt und vor ihnen befinden sich die Plätze der weiteren Mitglieder des Landratsbüros und derjenige von Ratssekretär Michael Schüepp. Diese Gruppe wird flankiert von den Regierungsräten und allen gegenüber befinden sich die Tische für die Mitglieder des Landrates.
Es soll ohne Mikrofone gehen
Die Akustik im «Schützenhaussaal» sei gut, sagt Michael Schüepp. Man könne sich gut von einem Ende des Saales zum anderen miteinander unterhalten. Allerdings: «Wir waren bisher jeweils nur wenige Personen im Saal. Ob man sich noch versteht, wenn der Saal voll ist, wenn da zwei miteinander tuscheln und dort jemand mit seinen Unterlagen raschelt, weiss ich nicht.»