Der Kanton will seine Strategie durchziehen
Der langjährige Fachstellenleiter Naturgefahren kritisiert in seinem Kündigungsschreiben nach 37 Jahren im Kantonsdienst das Verhalten seines vor sieben Jahren gewählten Chefs sehr klar. Mehrere weitere Mitarbeitende haben während der sieben Jahre die Abteilung ebenfalls verlassen.
Zum Thema nimmt Kaspar Becker, Departementsvorsteher Bau und Umwelt, Stellung. Zu welchen internen Massnahmen hat es geführt? Der Personaldienst habe umgehend Kontakt aufgenommen. Es hätten Gespräche mit beiden Seiten stattgefunden, so Becker: «Die Vorwürfe nehmen wir durchaus auf und analysieren sie auch mit dem Vorgesetzten.» Die Vorwürfe seien bei den verbleibenden Mitarbeitenden aber «nie ein Thema» gewesen.
«Den Vorgesetzten fit machen»
Doch ausgestanden ist die Geschichte nicht. «Es ist sicher keine befriedigende Situation, und wir können das zerbrochene Geschirr nicht kitten», gesteht Becker ein. Und die Sache dürfe nicht ausgesessen werden: «Wir haben reagieren müssen.»
Was also, damit solche Konflikte wenigstens nicht wieder vorkommen? «Da müssen wir den Vorgesetzten fit machen, damit es nicht mehr passiert», so Becker: «Denn ich will, dass die Mitarbeitenden gerne bei uns arbeiten.»
Und der kritisierte Abteilungsleiter, der nicht selber Stellung nimmt? Becker erklärt: «Er signalisiert, dass er sehr gewillt ist, Unterstützung anzunehmen.»
Als Departementsvorsteher zeigt er sich allerdings «ein bisschen irritiert», dass sich der Ärger so lange aufgestaut habe und nicht die Vorgesetzten und allenfalls die kantonale Ombudsstelle durch die betroffenen Mitarbeiter angegangen worden seien. «Ich als betroffener Mitarbeiter würde in solchen Fällen aktiv», versichert Becker. Denn die Ombudsstelle sei wichtig und müsse ihre «wertvolle» Vermittlungsfunktion für alle Beteiligten erfüllen können.
Schöne Worte nach dem Eklat? Becker will vorwärts schauen: «Es gibt uns die Gelegenheit, das Ganze wirklich anzugehen und daran zu arbeiten.» Die Abteilung habe nun die Chance, einen Neustart zu machen.