Der «Glarner des Jahres» ist auf Heimatbesuch
Jonas Müller ist wohl das, was man lapidar als Gutmensch bezeichnet. Immer aufgestellt, freundlich und mit einem ansteckenden Lächeln im Gesicht. Seit vier Jahren engagiert er sich im Archipel Raja Ampat in Indonesien für Kinder als Umweltlehrer. Er bringt ihnen bei, welchen Fisch sie essen sollen und welchen nicht, wie man mit Abfall umgeht und vieles mehr. Es ist zu seiner Lebensaufgabe geworden, welche er mit viel Herzblut ausführt.
Nun ist der Näfelser für vier Wochen auf Heimatbesuch. «Ich benötigte eine Pause, ich war speziell im mentalen Bereich sehr müde», erzählt der 29-Jährige. Im Inselparadies engagiert sich Jonas Müller 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr für «seine» Kinder. «Dort gibt es für mich jeweils keinen Feierabend oder Wochenende», erzählt der «Glarner des Jahres». Er habe nun schlicht Abstand vom Ganzen gebraucht, erzählt er weiter. «Nicht von den Kindern per se, aber vom rundherum», möchte er noch festhalten.
Auf ein Glarner Bier
Der Heimatbesuch kommt auch der Redaktion der «Glarner Nachrichten» entgegen, denn so konnte Jonas Müller seinen Preis für die Wahl zum «Glarner des Jahres» in Empfang nehmen. Eine Schiefertafel mit Gravur. «Ich denke, ich werde sie nicht mit nach Indonesien mitnehmen», erzählt er und lacht. Sie werde in seinem Elternhaus in Näfels ein Plätzchen finden.
In seiner Wahlheimat Indonesien würden sich die Leute für solche Sachen sowieso weniger interessieren. «Obwohl: Einige haben dank Facebook mitbekommen, dass ich diese Wahl gewonnen habe. Aber sie können es natürlich nicht richtig einschätzen», erklärt Müller. «Das Einzige, was die Inselbewohner verwirrte, war die Tatsache, dass ich diesen Preis gewann, obwohl ich nicht mehr in der Schweiz wohne.»
Auf der faulen Haut wird Jonas Müller während seines Heimatbesuchs nicht liegen. «Ich werde von hier aus arbeiten, primär sind das administrative Arbeiten.» Dank Internet bleibt er mit Raja Ampat in Kontakt, vor Ort wird eine Indonesierin mit Schweizer Wurzeln während seiner Abwesenheit die Geschicke leiten. «Früher hätte ich kaum solange fernbleiben können. Mittlerweile funktioniert das aber recht gut», so Müller. Geniessen wolle er während seines Aufenthaltes hier in erster Linie die Vorzüge der Schweiz. «Wie einfach nur den Wasserhahn aufdrehen und das warme Wasser geniessen, ein gutes Glas Wein oder mit Freunden ein Glarner Bier trinken.»