Der Garten als kleine Oase
von Riccarda Hartmann
Er ist zugänglich, kleidet sich an vielen Tagen farbenfroh, er lebt und ist offen. Am Heinzenberg auf dem Hof Coms der Familie Bühler ist er zu Hause. Hinter dem Haus, von Wiesen und Weiden auf allen drei Seiten umgeben, mit Blick auf die Berge. Wasser plätschert in einem kleinen Teich, Enten schwimmen darin. Vögel in den beiden umstehenden Bäumen zwitschern, einer ist ein Apfelbaum, der andere eine Linde. Eine Holzschaukel hängt an einem der dicken Äste der Linde.
Grün, mit bunten Flecken hie und da liegt der angelegte Garten daneben. Ein Gemüsebeet, Himbeeren und Blumen – Phlox, Astern, Rudbeckia –, Sträucher und Stauden. Viele sind mehrjährig. Kunterbunt und doch mit einer Logik angepflanzt. Rosen, Malven, Schleierkraut. Dazwischen Gräser zur Auflockerung. Und eben, er ist offen. Ein offener Garten. Für jeden und jede zugänglich. «Er steht allen Garteninteressierten offen», sagt Anna Bühler-Risch. Ihr gehört der Garten und er ist auch der Ort, an dem sie viel Zeit verbringt und den sie wohl am besten kennt. Also erzählt sie.
Der offene Garten in Urmein gehört zu der IG Schaugarten Graubünden mit sechs weiteren Gärten. Das Ziel dieser Gruppe ist es, die Gartenkultur zu fördern und je nachdem alte Sorten zu pflegen. «Dass Leute gerne in den Garten gehen und dass sie merken, dass ein Garten nicht zwingend viel Arbeit bedeuten muss. Er kann auch zu einer Erholungszone werden», sagt Anna Bühler-Risch. Mitglieder sind Gartenspezialisten, aber auch solche, die Wissen durch eigene Erfahrung sammelten. Vom Gartenatelier bis zum Garten eines Einfamilienhauses sind viele verschiedene dabei. Aber zurück zum Offenen Garten am Heinzenberg. Zurück in den Garten. Anna Bühler-Risch läuft den Beeten entlang über den schmalen, aus Steinen gelegten Weg. Pflanzen wachsen teilweise über den Rand, umsäumen ihn.