Denkmalpflege und Heimatschutz gehen auf die Barrikaden
Die Kirchgemeinde Trin hat beschlossen, das bestehende Kirchendach durch ein Photovoltaikdach zu ersetzen – als «konkreten Beitrag an die Schöpfung, für die Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt», wie sie schreibt. Das Projekt wurde bereits im Mai 2019 genehmigt und ist Teil einer grösseren Kirchenrenovation, die insgesamt rund 320'000 Franken kosten soll. Dies berichtete die Quotidiana am Freitag.
Der Bündner Denkmalpflege ist das geplante Solardach ein Dorn im Auge – obwohl es auf Kantons- und Bundesebene keinen Schutzstatus habe, wie Denkmalpfleger Simon Berger auf Anfrage sagt. Für ihn ist aber klar: «Durch die prominente Stellung im Dorf und aufgrund der historischen Substanz ist das Objekt für die Denkmalpflege Graubünden sicher ein schutzwürdiges Objekt.» Auf kommunaler Ebene dürfe das Gebäude zudem als Kulturobjekt gemäss Baugesetz der Gemeinde Trin «weder zerstört noch beeinträchtigt werden».
Auch der Bündner Heimatschutz beurteilt das Vorhaben «sehr kritisch». Bei der reformierten Kirche von Trin handle es sich um einen spätgotischen Bau mit einem steilen Dach, ein historisches Gebäude, das durch seine exponierte Hügellage von weithin sichtbar sei, sagt Geschäftsführerin Ludmila Seifert. Auch wenn die Panels architektonisch gut ins Dach integriert würden, stände die technologische Anlage in grossem Kontrast zum historischen Gebäude. Auch für das Ortsbild wäre die Auswirkung wegen der exponierten Lage der Kirche negativ. «Anlagen zur Elektrogewinnung können überall stehen. Dass man sie ausgerechnet auf Baudenkmäler montieren will, ist unverständlich.»