Junge Naturforschende gaben Vollgas
Anna Stricker und Julian Virchow erreichten mit ihren beeindruckenden Arbeiten das Finale im Nationalen Wettbewerbfür Maturaarbeiten der Schweiz und wurden mit Prädikatenausgezeichnet.
Wie stark werden Umweltkriterien bei der Müllentstehung in Davoser Haushalten berücksichtigt? Wie viel Energie liesse sich daraus noch gewinnen, wie viel CO2 könnte noch reduziert werden?
Anna Stricker trat in der Kategorie «Biologie/Umwelt» an. Schulisch betreut von Pascale Hafen, Lehrperson für Biologie, und mit grosser Unterstützung durch den Leiter der KMA, Rolf Brunner, und sein Team untersuchte sie unter – zumindest für den Geruchssinn – nicht ganz einfachen Bedingungen die Zusammensetzung des Inhalts von 30 Davoser Müllsäcken, insgesamt mehr als 1000 Litern (siehe DZ vom 2. März). Unter dem Titel «Examination of Residential Waste to Determine Reusable and Recyclable Proportions and their Ecological Impact» fasste sie die überraschenden Ergebnisse zusammen: 78 Prozent gehörten nicht zum unverwertbaren Restmüll, 35 Prozent des Inhalts könnten bei sachgemässer Trennung weiterrecycelt werden, 28 Prozent waren Foodwaste und 15 Prozent organischer Abfall. Hochgerechnet auf den Davoser Gesamtmüll eines Jahres könnte in einer Biogasanlage allein aus den beiden zuletzt genannten Komponenten jährlich Energie im Grössenbereich von mehreren Tausend Gigajoule gewonnen werden. Ebenso würden dadurch allein in Davos mehr als 5000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Mit ihrer präzisen Analyse und ihrer klaren Darstellung erhielt diese Arbeit das Prädikat «Sehr gut» und wurde zusätzlich mit dem Sonderpreis «Sail and Explore», einer Forschungsexpedition um die Azoren, ausgezeichnet.