Das stille Leiden der Männer
Nach aussen geben sie sich gerne mal als Alphatiere, Machos oder als Häuptlinge des Hauses. Der Stolz darf ja nicht bröckeln! Haben sie mal ein Leiden, meiden sie den Arzt und warten, bis es von selbst heilt. Über Gefühle wird schon gar nicht gesprochen, denn das möchte man ja dem «schwächeren» Geschlecht überlassen. Um nicht schwach zu wirken und so dem Mannsbild zu entsprechen, setzt er sich oft selbst unter Druck. Die Rede ist vom Mann.
Um auf diese Misstände des männlichen Geschlechts aufmerksam zu machen, wurde am 19. November 1999 der «International Men's Day» eingeführt. Hierbei geht es um mehr, als nur die Männer in Schutz zu nehmen. Der Aktionstag fordert die Gleichstellung von Männern ein. Hört sich auf den ersten Moment absurd, ignorant und lächerlich an, da wir inmitten einer von Männer dominierten Gesellschaft leben. Trotzdem ist dieser Tag besonders aus gesundheitlicher Perspektive wichtig.
Männer leiden leise
Männer lieben Fussball, sind entscheidungsfreudiger und brauchen im Bad nur wenige Minuten. Klischees, die wohl jeder Mann schon mal zu hören bekam. Dass der Mann seltener zum Arzt geht, ist leider Tatsache. Der Mann stellt sich leider zu oft selbst ein Bein, weil er sich viel seltener aufgrund psychischer Probleme behandeln lässt, als eine Frau. So ist es auch weniger überraschend, dass Suizide neben Unfällen mit Abstand zu den häufigsten Todesursachen für Männer unter 45 Jahren gehören. So zumindest lassen sich die Zahlen vom Bundesamt für Statistik aus dem Jahr 2019 für den Zeitraum 1990 bis 2017 interpretieren. Gerade einmal vier Prozent der Männer zwischen 15 und 44 Jahren liessen sich behandeln. Bei den Frauen sind es mit neun Prozent doppelt so viele, die in Behandlung waren.