Das Muchetta-Rudel verhält sich bisher ruhig
Im Parc Ela wohnt ein Wolfsrudel. «Es handelt sich um sechs Wolfswelpen. Im Verlauf des Septembers wiesen aber mehrere Beobachtungen auf den Verlust eines Welpen hin», erklärt Wildhüter Johannes Tomaschett in einer Medienmitteilung des Parc Ela. Hinzu kommen zwei Elterntiere. Aufgrund des Aufenthaltsorts während ihren ersten Lebensmonaten wird das Rudel «Muchetta-Rudel» genannt.
Die Wolfsfamilie habe sich bis zum ersten Schneefall Ende Oktober im Gebiet Falein aufgehalten, sich dann aber in Richtung Bergün verschoben, sagt Tomaschett. Das Rudel habe auch schon einen Ausflug bis ins untere Surses gemacht. Die letzte Sichtung Anfang Dezember stamme aus dem Val Tuors in Bergün. Er geht davon aus, dass sich das Rudel in den nächsten Monaten entlang des Albula-Haupttals und des unteren Surses bewegen wird, da sich die Elterntiere dort bereits im letzten Winter aufgehalten haben.
Wölfe folgen dem Hirschwild
Ricardo Engler ergänzt: «Zur Hauptnahrung der Wölfe gehört das Hirschwild. Das Muchetta-Rudel wird mit der Wanderung des Hirschwildes in die traditionellen Wintereinstände mitziehen.» Die Einstände lägen hauptsächlich an den Südlagen des Albulatals und je nach Schneelage auch in der Umgebung der Dörfer. Das Rudel werde in den Wildeinständen wohl häufig das Jagdgebiet wechseln. Doch es gäbe nebst dem Muchetta-Rudel mindestens drei weitere Wölfe im Surses.
Auf die Nutztierrisse vom Sommer angesprochen, betont Tomaschett in der Mitteilung, dass es während der Sömmerungszeit im Streifgebiet des Muchetta-Rudels nur zu einem registrierten Schafriss gekommen sei. Im Surses habe es aber ganz anders ausgesehen, so Engler: «Die einzelnen Wölfe sorgten in den Sömmerungsgebieten bei den Landwirten und bei der Wildhut für viel Arbeit und Ärger. Insgesamt wurden 25 Schafe und 14 Ziegen gerissen.»