Das Klima im Glarnerland wird wärmer
Die Klimaveränderung macht sich auch im Kanton Glarus bemerkbar, wie Fachleute der kantonalen Abteilung Umweltschutz und Energie festgestellt haben. Das Jahr 2020 war zusammen mit dem Jahr 2014 in der Stadt Glarus das zweitwärmste Jahr seit 90 Jahren; nur das Jahr 2018 war noch wärmer. Auch die Gewässer werden immer wärmer. Dies zeigen die Auswertungen der Wassertemperaturdaten des Klöntalersees in den letzten 50 Jahren. In den Jahren 2020 und 2018 war der Klöntalersee am wärmsten.
Auch in den nächsten Jahren wird sich das Klima weiter verändern. Klimaszenarien zeigen, dass die Sommer künftig trockener, die Starkniederschläge intensiver und im Winterhalbjahr häufiger werden und dass die Durchschnitts- und Höchsttemperaturen zunehmen. Die intensiven Regenfälle bis in hohe Lagen im vergangenen Januar sind gemäss den Fachleuten des Kantons ein «typisches Zeichen» dieser erwarteten Entwicklung. Die anerkannten Klimamodelle würden eine deutliche Erwärmung bis im Jahr 2060 voraussehen. Die Durchschnittstemperatur soll in Glarus bis 2035 um bis zu 1,3 Grad Celsius zunehmen.
Giftige Cyanobakterien werden begünstigt
Eine im Februar 2021 veröffentlichte Modellstudie zeigt, dass bei einer Klimaerwärmung um mehr als 2 Grad Celsius viele Seen in mittleren Höhenlagen ihre Eisbedeckung verlieren und sich anstatt zweimal nur noch einmal im Jahr vollständig durchmischen. Dazu gehört als Modellfall auch der Klöntalersee. Eine solche Veränderung hätte gemäss den Experten des Kantons grundlegende Folgen für das Funktionieren des Seeökosystems: «Beispielsweise wird durch eine längere stabile Schichtung im Sommer das Wachstum von giftigen Cyanobakterien begünstigt.»