«Das Kabelnetz ist leider seit Jahren defizitär»
1. Wer seine Kommunikation über ein stadteigenes Netz abonnieren kann, bekommt die Leistungen klar günstiger als bei den Grossen, sagt die Konsumentenzeitschrift «K-Tipp». Warum will Glarus also kurzfristig Geld verdienen, das die Einwohner dann einer privaten Gesellschaft mehrfach zurückzahlen? Das Kabelnetz, das den Technischen Betrieben gehört, ist leider seit Jahren defizitär. Trotz massivster Anstrengungen der TB, Kunden zu halten und zu gewinnen, springen weiterhin Kunden ab. Das heisst: Würden die TB das Netz behalten, dann müssten auch sie die Preise umgehend und markant erhöhen, und noch mehr Kunden würden den Anbieter wechseln. Denn heute werden die Preise der TB für die Kommunikation von allen Kunden quersubventioniert. Das ist unter anderem darum problematisch, weil nicht alle Einwohner gleichmässig profitieren, sondern nur jene, die bei den TB respektive der UPC Kabelnetz-Kunden sind.
2. Gemeinden, die ihr Netz besitzen, können mit dem Anbieter ihrer Wahl zusammenarbeiten, einmal verkauft ist dagegen für immer verkauft. Wie will Glarus sich diese Wahlfreiheit zurückholen? Zumindest die Kunden haben die Wahlfreiheit zwischen dem Netz, das an die UPC verkauft werden soll, und jenem der Swisscom, und es wird keine Versorgungslücke für Kommunikationsleistungen entstehen. Damit gibt es kein Netz-Monopol. Faktisch ist das Koaxial-Kabelnetz für die TB heute eher ein Risiko als ein Trumpf, es verliert heute Kunden und könnte bald einmal den Wert verlieren. Die UPC hat für die Übernahme des Netzes dennoch eine sehr gute Offerte gemacht, der Verwaltungsrat der TB und der Gemeinderat sind einstimmig dafür. Ein Verkauf ist nicht vergleichbar mit dem Netz von Wasser oder Strom, mit dem man ein privates Monopol schaffen würde. Soweit sinnvoll, werden die TB aber das Glasfasernetz ausbauen, das sie bereits betreiben, und an Geschäftskunden vermieten und so den Technologiewandel vorantreiben. Auch Privatkunden soll dieses Glasfasernetz künftig offenstehen.