Das Coronavirus zwingt das Glarnerland in die Pause
Wie immer läuten in Linthal am Samstag um 11 Uhr die Kirchenglocken den Mittag ein, obwohl da nichts mehr ist wie immer. Im Gegenteil. Am Freitag, dem 13., stellte der Bundesrat die Schweiz auf «Pause» – und damit auch das Glarnerland.
Nichts geht und fährt mehr, vor allem nichts mehr in den Skigebieten. Gähnende Leere dominiert den Parkplatz bei der Braunwaldbahn-Talstation. «Die Gesundheit unserer Gäste, Einwohner und Mitarbeiter liegt uns am Herzen», prangt in der Schalterhalle auf den Bildschirmen. Wegen der Vorgaben des Bundes werde daher die Wintersaison per sofort beendet. Obwohl man sich vor Tagen noch überlegt hat, diese um ein Wochenende zu verlängern.
«Wir sehen keine andere Möglichkeit, als das Skigebiet per sofort zu schliessen», informieren auch die Elmer Sportbahnen ihre Gäste.
Das «Märchenhotel» hat vorzeitig geschlossen
Den Empfehlungen des Bundesrates folgt auch das «Märchenhotel». Der Stolz Braunwalds ist seit gestern geschlossen, eine Woche früher als geplant. «Wir zählen bei Vollbesetzung 160 Gäste, 70 davon sind Kinder», erklärt Hoteldirektor Patric Vogel den Entscheid. «Da können wir unseren Betrieb einfach nicht mehr aufrechterhalten.» Zudem haben die Vorschriften des Bundesrats eine Stornierungswelle ausgelöst.
Wie hoch sich der Schaden summiert, kann «Märchenhotel»-Direktor Patric Vogel noch nicht sagen. «Aber so viel: Ein Hotel kostet Geld. Schliesslich beschäftigen wir 45 Mitarbeiter.» Wegen der Ausbreitung des Coronavirus’ beendete am Freitag auch das Berghotel «Bischofalp» ob Elm die Saison.
Konzerte verschoben oder entschädigungslos abgesagt
Den Schaden haben allerdings noch andere: Auf Facebook meldet sich die Glarner Stimme des Männerchors «Heimweh» zu Wort: «Aktueller Stand (März) für meine Einzelfirma», schreibt da Markus Stadelmann. «Drei Konzerte verschoben, zwei Konzerte, zwei Eventmoderationen und eine Tagungsmoderation abgesagt. Entschädigungslos.» Da fände er es irgendwie noch toll, wenn man dies ergänzen könnte mit: «Miete, Krankenkassenprämien und weitere wiederkehrende Kosten bezahlen – ersatzlos abgesagt.»