Das andere Virus
von Lexi*
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich in dieser Kolumne aussergewöhnlich viele Rechtschreibfehler eingeschlichen haben. Sorry. Grund dafür sind Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund der Infektion mit einem europaweiten, vermutlich fast weltweiten Virus. Aber lass mich das erklären.
Serienjunkies, die ganze Tage und Nächte durchsuchten, sich nicht mehr von ihrem Sofa oder Bett wegbewegen und irgendwann nach drei Wochen wie halb Verwilderte aus der Versenkung auftauchen, kann ich normalerweise nicht ganz verstehen. Nicht meine Welt, sage ich dann normalerweise. Corona-Zeiten sind aber auch keine normalen Zeiten. Denn ich hatte ausnahmsweise einmal Zeit. Ein kostbares Gut, das mir während dem Semester eigentlich immer fehlt.
Doch dann geschah etwas Tragisches. Ich wurde ungewollt mit dem Erreger einer weltweiten Epidemie namens Seriensucht infiziert. An einem unscheinbaren Mittwochabend sass ich mit meinem Vater im Wohnzimmer, als er die Serie «Blacklist» schaute. Leute, ich sag's euch, dieses Virus ist so was von hochansteckend. Bereits kurzer Sichtkontakt reicht aus.
Hat man sich einmal infiziert, gibt es genau zwei Heilungsmöglichkeiten: Entweder man trägt eine Augenmaske und spart sich die Serie bis zu einem passenden Zeitpunkt auf, oder man suchtet so schnell wie möglich die ganze Staffel durch, bis eine Herdenimmunität erreicht ist. Der Bundesrat würde hier natürlich einen humanen Mittelweg suchen. Den gibt es in diesem Fall aber nicht.
Meine Wahl fiel also auf Letzteres, denn das Zeitfenster von Semesterferien und einem reduzierten Arbeitspensum ist begrenzt. Auf einen Impfstoff zum Semesteranfang zu hoffen, schien mir utopisch. Denn dafür hätte ich schliesslich nach Russland reisen müssen und das kommt wegen meines Studentenportemonnaies und der Unfähigkeit zur Organisation von so einem Riesentrip nicht in Frage.