Dank einem «First Responder» hat Joél zweimal Geburtstag
Bei Notfallmeldungen sind es häufig Minuten, die über Leben und Tod entscheiden. In Bergregionen dauert es oft zu lange, bis die professionellen Rettungsdienste eintreffen. Die mangelnde Einsatzhäufigkeit rechtfertigt aber keine Einrichtung eines zusätzlichen Ambulanzstützpunktes. Um in solchen Situationen die Wartezeit zu verkürzen und rechtzeitig Hilfe leisten zu können, wurden in der ganzen Schweiz «First Responder»-Organisationen gebildet, wie die Schweizer Berghilfe in einer Medienmitteilung schreibt.
In Graubünden gibt es solche Organisationen in Albula, Avers-Ferrera, Lenzerheide, Trin und Vals. Ihre Aufgabe ist es Erste Hilfe zu leisten bis die professionellen Einsatzkräfte eintreffen. Diesen geben sie dann einen Kurzrapport ab und gegebenenfalls unterstützen sie deren Einsatz.
Dank schneller Reaktion noch am Leben
Im April 2018 war der junge Joél Rumo in Plasselb im Freiburger Oberland an einer Zivilschutzübung. Ein kleiner Bach sollte umgeleitet werden. Plötzlich fühlte sich Joél komisch. Er setzte sich hin und kippte vor den Augen seiner Kollegen um. Herzstillstand, ein angeborener Herzfehler, von dem bislang niemand wusste. Die Kollegen reagierten richtig. Einer fing sofort mit Herzmassage an, ein anderer wählte die Nummer 144. Die Notfallzentrale bot die Ambulanz auf, gleichzeitig aber auch die Notfallhelfer des Vereins First Responder Plus. Auf dem Smartphone von First Responder Markus Stempfel ging ein Alarm los. Er arbeitet im benachbarten Plaffeien, schnappte sich seinen Notfallrucksack mit dem Defibrillator drin, zog seine Leuchtgilet an und schwang sich auf seinen Roller. Knapp fünf Minuten später war er bereits vor Ort.
Er stellte den Herzstillstand fest und setzte den Defibrillator ein. Zweimal musste er «schocken», also das stehengebliebene Herz mit einem Stromstoss «anschieben», dann war Joél wieder unter den Lebenden. Inzwischen war die Ambulanz angekommen und übernahm. Joél kam ins Spital, wo er mehrere Tage im Koma lag. Doch er wachte wieder auf und trug durch das schnelle Handeln aller Beteiligten keinerlei Folgeschäden davon. Heute trägt er einen Herzschrittmacher und sollte sich beim Sporttreiben nicht allzu fest verausgaben, kann aber ansonsten sein Leben ohne Einschränkungen leben.