Nützen Schutzmasken für Zivilisten nun doch?
Seit Beginn der Coronakrise hält sich ein Thema hartnäckig und kommt meistens dann auf, wenn europäische Zahlen mit asiatischen Zahlen verglichen werden. Die Rede ist von Hygienemasken beziehungsweise Mundschutze und Atemschutzmasken. Der Bund rät der Bevölkerung davon ab, solche zu tragen. Gleichzeitig führen Österreich, Tschechien und die deutsche Stadt Jena eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Da stellt sich nun die Frage, ob solche Schutzmasken für Zivilisten also doch etwas nützen.
Nein, sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Webseite. «Hygienemasken schützen eine gesunde Person nicht effektiv vor einer Ansteckung mit Viren der Atemwege.» Im Gegenteil. Das Tragen einer solchen Maske könne gar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass das Tragen von Schutzmasken einen dazu verleiten könnten, Hygienemassnahmen wie Händewaschen zu vernachlässigen.
Und was sagt der Kanton Graubünden? Ist eine Maskenpflicht denkbar? Das kantonale Gesundheitsamt teile die Ansicht des BAG und der WHO, heisst es auf Anfrage. Konkreter werden die Bündner Behörden nicht.
Deutschland im Mundschutz-Hype
Ein bisschen anders sieht das Christian Drosten. Er ist Virologe an der Berliner Charité und so etwas wie der deutsche Daniel Koch. Er ist präsent in den Medien, unaufgeregt und kompetent. Drosten berät Politik und Behörden zur Corona-Pandemie. Beim Norddeutschen Rundfunk spricht er im täglichen «Coronavirus-Update» über das Virus. Letzte Woche äusserte er sich zum öffentlichen Maskentragen. Und löste damit zumindest bei den deutschen Promis so einiges aus.