Bündner Kantonsärztin sieht zaghafte Entspannung
«Ja, die Situation bezüglich der Neuansteckungen mit Covid-19 in Graubünden hat sich ein bisschen entspannt», sagte die Bündner Kantonsärztin Marina Jamnicki im Interview mit RSO-Reporter Martin Deplazes. Seit dem vergangenen Wochenende seien die Fallzahlen zurückgegangen. Im Moment seien es 60 bis 80 Neuinfektionen pro Tag, noch vor einer Woche lag diese Zahl bei 140. Damit könne sie die Aussage von Bundesrat Alain Berset auch für Graubünden bestätigen, so Jamnicki. Berset sagte am Montag, dass die Fallzahlen schweizweit in den letzten Tagen zurückgegangen seien.
Zwei Wochen abwarten
Gemäss Jamnicki lässt sich die Senkung der Fallzahlen auf die seit knapp zwei Wochen geltenden neuen Coronamassnahmen des Bundes zurückführen. «Auch als wir in Graubünden ein paar Tage vor dem Bundesrat neue Massnahmen bekanntgaben, war uns bewusst, dass wir zwei Wochen abwarten müssen, bis sich die Wirkung zeigt», erklärt Jamnicki. Wie lange die aktuellen Regeln noch gelten sollten, sei schwierig zu beantworten. «Ich würde nichts an den Massnahmen ändern, bis sich die Lage auch bei den Hospitalisationen stabilisiert hat.» Die Massnahmen von vornherein bis Ende Winter als gültig zu erklären, erachte sie nicht als sinnvoll. Hier gelte es, einen guten Weg zu finden, so Jamnicki.
Auch dass die Hospitalisationsrate in den letzten Tagen gestiegen ist, ist für Jamnicki nachvollziehbar. Von einem positiven Covid-19-Test bis zu einer Spitaleinweisung dauere es oft sieben bis zehn Tage. Die Hospitalistaionrate reagiere folglich mit etwas Verspätung auf die sinkenden Fallzahlen.