Bündner Hallenbäder reagieren unterschiedlich auf drohenden Strommangel
von Jessica Müller und Jasmin Schnider
Hallenbäder sind Institutionen mit hohem Stromverbrauch. Oft befinden sich im Bad Installationen wie Strudel- oder Massagedüsen, die mit Strom betrieben werden. Das Badewasser muss mit viel Energie auf eine angenehme Temperatur erwärmt werden. Nicht zu vergessen sind natürlich alle Lichtinstallationen, die Beheizung von sämtlichen Räumen sowie weitere Infrastruktur.
Im Hinblick auf die drohende Strom- und Gasmangellage empfiehlt der Verband der Hallen- und Freibäder seinen Mitgliedern, das Wasser nur noch auf 27 Grad aufzuheizen, die Lichter zu dimmen und Sitzbankheizungen sowie Lufttemperatur zu senken. Kommt es zu einer Strommangellage, könnten diese Empfehlungen vom Bundesrat gar zur Pflicht werden. Zudem droht im Extremfall die Schliessung von Schwimmbädern. Wie diverse Medien berichten, haben bereits viele Schwimmbäder in der Schweiz Massnahmen von Temperatursenkungen bis zu Schliessungen beschlossen und auch in Graubünden haben die Hallenbäder reagiert.
Jedes Kilowatt zählt
Im Bellavita-Erlebnisbad und Spa in Pontresina wurden bereits erste Massnahmen ergriffen, wie Martin Enz, Geschäftsführer und Leiter Infrastrukturen Gemeinde Pontresina gegenüber Radio Südostschweiz sagt. «Wir kamen den Empfehlungen des Branchenverbands nach», erklärt Enz, der auch Geschäftsführer vom Verband Hallenbäder und Freibäder ist. So wird das Wasser im Innenbad neu auf 27 Grad anstatt 28 Grad erwärmt. Das Becken im Aussenbereich ist neu 30 Grad statt 34 Grad warm und die Aussensauna werde nur noch geöffnet, wenn der Spa-Bereich stark frequentiert sei. Die Lufttemperatur werde zudem der Wassertemperatur angepasst. Dadurch könne rund sechs bis acht Prozent Strom eingespart werden.
Diese Massnahmen wurden von den Gästen bisher mehrheitlich positiv aufgenommen. «Wir erklären den Gästen, dass wir das Bad offen behalten und damit der Bevölkerung das Schwimmen weiterhin ermöglichen wollen.» Enz und sein Team wollen daher alles unternehmen, um eine Schliessung zu verhindern. Dafür helfe jedes eingesparte Kilowatt.