Bündner Bienen, was treibt Ihr so?
Sie sind klein und doch sind sie von grosser Bedeutung. Wie einst Albert Einstein feststellte, braucht vor allem unser Ökosystem die kleinen Tierchen. Die Rede ist von Bienen. Die gelb-schwarzen Sechsfüsser fliegen besonders im Frühling vermehrt umher. Die Eier werden aber bereits im März gelegt, wie Bruno Reihl vom Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz erzählt.
«Die Völker sind stark und konnten sich in den letzten Monaten aufgrund des schönen Wetters gut entwickeln.» Das sei vor allem wegen des schwierigen Winters sehr erfreulich. Denn rund jedes achte Bienenvolk habe die kalten Monate nicht überlebt. In Graubünden sind Verluste im Vergleich zum Mittelland zwar geringer, aber trotzdem sind mehr als zehn Prozent der Bienenvölker gestorben, wie eine Umfrage des Dachverbands der Schweizerischen Bienenzüchtervereine zeigt.
Der Feind ist nahe
Weniger Bienen bedeutet aber nicht weniger Arbeit, im Gegenteil. «Die Imker haben die Aufgabe, die bestehenden Völker zu vermehren und die Verluste auszugleichen», erklärt Reihl. Bis im Sommer gebe es meist wieder genügend Völker, weshalb die Honigernte nicht gefährdet sei.
Vielmehr stellt aber die Varroamilbe eine Gefahr für die Bienen dar. Der eingeschleppte Parasit aus Asien wird als Hauptfeind der Bienen bezeichnet. «Wenn die Imker keine Massnahmen gegen die Milben ergreifen, sind die Bienen auf sich alleine gestellt. Die Milben übernehmen dann die Oberhand und verbreiten Viren», sagt Reihl. Darum würden die Imker alles daran setzen, um die Milben zu bekämpfen. Oft werde dafür zu organischen Säuren wie Ahornsirup gegriffen. «Im Bienenstock verdampfen wir die Säuren. Den Dampf vertragen die Milben nicht und sie sterben.»