Aus vollen Kehlen an der Kinder-und Jugendsingwoche in Landquart
von Susanne Turra
«Ich bin stark. Ich hab’ Mut. Wie ich bin, so bin ich gut. Ich bin ich.» Hell und klar singen die Kinder diese Zeilen. Stark und mutig. «This Is Me.» So der Originalsoundtrack zu «The Greatest Showman». «Manchmal fühl’ ich mich ganz klein. Wünsche mir, ich könnt’ einfach ganz ’wer anders sein. Ich wette, diese Stimme kennst auch du. Die dir sagt, gib auf, du gehörst hier nicht dazu. Doch damit ist ab heute Schluss. Weil sich niemand verstellen muss. Denn wir sind wunderbar. Und ich stehe auf und ich mach’ mich gross. Zieh’ die Schultern straff und marschiere los.» Die Kinder singen weiter und weiter. Aus vollen Kehlen. Wunderbar. Grossartig. So auch der Film dazu. Jenes Musical aus dem Jahr 2017. Und hier zeigt sich gleich die erste Herausforderung. Kennen die Kinder den Film zu diesem Lied überhaupt?
Es ist Dienstagmorgen in der Katholischen Pfarrei St. Fidelis in Landquart. Und es sind Frühlingsferien. Zeit, die Kinder- und Jugendsingwoche 2023 des Gesangbezirks Nordbünden durchzuführen. Was vor rund 20 Jahren begann, soll neu in Landquart wieder aufleben und seine Fortsetzung finden. 23 Mädchen und sechs Jungs im Alter zwischen sieben und 14 Jahren singen während dieser Woche im Chor. Zu Filmmusik. Dies unter den Fittichen der beiden musikalischen Leiterinnen Iris Vogt Klaas und Jeannine Nuspliger-Camenzind.
Jede Stimme zählt
Die Kinder stehen im Kreis. Im grossen Saal. Jetzt heisst es erst einmal aufwärmen, einsingen, wach werden. Klatschen, tanzen, singen. Da werden grosse Töne gespuckt. Und auch kleine. Jede Stimme zählt. So ist das bei einem Chor. Die Kinder befinden sich in einer grossen Blase. Metaphorisch. Wie das heute im digitalen Zeitalter oft der Fall ist. Es wird laut und lauter. Es explodiert. Die Blase platzt. Und es wird leise und leiser. Ein Auf und Ab. Ein Hin und Her. Verspielt und fröhlich. Und manchmal tönt es ganz schön gespenstisch. «Bum. Snap. Clap. Bubum. Snap. Clap.» Brustschlag. Schnippen. Klatschen. Das klappt schon ganz gut. Die Kinder finden den Rhythmus. Sie singen lautstark: «Wie ich bin, so bin ich gut. Ich bin ich.» Und sie glauben es. Sie glauben an sich.