Auf jeder dritten Alp packen Ausländer an
Es ist der erste Kurs, der nach dem Corona-Stillstand am Plantahof in Landquart stattfindet: die Grundausbildung für Alpsenninnen und -sennen. Die Hygienevorschriften sind streng, so dürfen etwa Teilnehmer aus dem Ausland während des dreiwöchigen Kurses nicht heimreisen. Gearbeitet wird maximal in Dreiergruppen und alle tragen Schutzmasken.
Töni Gujan von der Fachstelle Alpwirtschaft am Plantahof ist froh, dass die künftigen Senninnen und Sennen nun bis Ende Mai ausgebildet werden. Denn Anfang Juni werden bereits die ersten Alpen bestossen. «Einige wenige Teilnehmende steigen also direkt nach dem Kurs auf die Alp», erklärt Gujan.
Dass die Ausbildung so spät beginnt, hat mit der Coronakrise zu tun. Vor der ersten Lockerung wäre eine Durchführung nämlich nicht möglich gewesen. So wurde etwa der Alphirtenkurs online angeboten. «Aber beim Sennenkurs, wo die Teilnehmenden die praktische Herstellung von Alpprodukten lernen, wäre das nicht möglich gewesen», sagt Alpfachmann Gujan.
Noch strikter als sonst üblich war das Auswahlverfahren. So ist dieses Jahr nur eine Person pro Alp im Kurs zugelassen und anstatt 24 Teilnehmende sind nur 16 Personen dabei.
Bewilligung auch für Kinder
Erleichtert ist Gujan auch darüber, dass die Einreisebeschränkung für ausländisches Alppersonal aufgehoben wurde und jetzt einreisen darf, wer einen gültigen Alpvertrag vorweisen kann. Und auch für die Kinder der Älplerinnen und Älpler kann eine Bewilligung eingeholt werden.
Von den rund 1200 Personen, die im Sommer in Graubünden «z'Alp» gehen, reisen nämlich jeweils rund 400 aus Deutschland, Österreich und Italien an. «Rund ein Drittel des Bündner Alppersonals kommt also aus dem Ausland», sagt Gujan. Allgemein geht er von einer guten Personalsituation aus, nur einzelne Alpen würden noch Teammitglieder suchen. Diese noch unbesetzten Stellen bewegten sich im üblichen Rahmen und hätten nichts mit der Coronakrise zu tun.