Apotheke im Spital ist auch für die Öffentlichkeit gedacht
Der Baulärm beim Eingang des Kantonsspitals Glarus ist unüberhörbar. Die Vorarbeiten für den Umbau für die neue Publikumsapotheke sind bereits voll im Gang. Spitaldirektor Markus Hauser und Apothekerin Barbara Schütz erklären, was in den staubsicher abgeschirmten Räumen konkret geplant ist. «Das Konzept dafür hatten wir schon lange», sagt Markus Hauser. Ursprünglich war sogar eine Eröffnung Ende letztes Jahr geplant. Doch habe das Kantonsspital über ein Jahr suchen müssen, um die ausgeschriebenen Stellen für zwei Apothekerinnen oder Apotheker zu besetzen. Denn der Stellenmarkt sei völlig ausgetrocknet. Zum anderen habe aber auch die Corona-Pandemie das Projekt verzögert. Doch jetzt nimmt es Form an.
Patienten sollen sicher versorgt nach Hause entlassen werden
Barbara Schütz ist seit Mai als Leiterin der neuen Apotheke beim Kantonsspital angestellt. Sie erläutert die Baupläne näher. Von der Eingangshalle her wird es künftig durch eine Schiebetüre in die Apotheke im Spital gehen. Hinter dem Verkaufsraum sind ein Büro für die Apothekerin und der Lagerraum auf den Plänen zu sehen. Die Apotheke werde vor allem auf die Bedürfnisse der Austrittspatienten zugeschnitten sein, aber auch Besuchern des Spitals offen stehen. «Das Kantonsspital behandelt jährlich rund 5000 stationäre und 30 000 ambulante Patienten», sagt Markus Hauser. Ziel sei, ihnen eine sichere Austrittsmedikation zu gewährleisten und sie zugleich bestmöglich zu informieren.
Eine Publikums- oder Offizinapotheke ist von der bisherigen Spitalapotheke zu unterscheiden. Letztere gab es schon immer für die stationären Patienten oder allenfalls für Notfallpatienten. In einer Offizinapotheke dürfen im Unterschied dazu an alle Medikamente verkauft werden. Personell sind die Apothekenmodelle im Spital voneinander zu trennen. «Aus Sicht der Spitalführung war es ein Manko, noch keine Publikumsapotheke am Kantonsspital Glarus zu haben», sagt Hauser.
Schneller Service vor Ort für Spitalpatienten
Barbara Schütz erläutert die Vorteile, die sie für die Patientinnen und Patienten des Kantonsspitals sieht: Die meisten stationären Patienten erhielten bei ihrer Entlassung ein Austrittsrezept. «Sie können von uns bis zu ihrem nächsten Hausarzttermin gut begleitet und versorgt werden.» Sie müssten nach der Entlassung dann nicht noch eine Apotheke aufsuchen, welche die benötigten Medikamente dann vielleicht nicht auf Lager hätte und erst noch bestellen müsste.