Chur: Bankräuber trinkt nach dem Überfall seelenruhig ein Bier
Ein Banküberfall kommt auch in der Bündner Kantonshauptstadt Chur nicht alle Tage vor. Und einer, wie er am 13. Februar 2020 verübt wurde, ist aus verschiedenen Gründen wohl heute noch vielen Bündnerinnen und Bündnern in Erinnerung geblieben. Ein Blick zurück auf einen denkwürdigen Tag, der glücklicherweise ohne Verletzte und mit einer schnellen Verhaftung des Täters endete.
Der Überfall
Kurz nach 9 Uhr erhält die Kantonspolizei Graubünden einen Überfallalarm von der Graubündner Kantonalbank in Chur. Der Grund: Ein damals 55-jähriger Tscheche hat die Schalterhalle über den Haupteingang am Postplatz betreten. Er ist unmaskiert, trägt jedoch eine Schildmütze. Er zieht eine mitgeführte Schreckschusspistole und gibt zwei gegen die Decke gerichtete Schüsse ab. Er bedroht die sieben anwesenden Mitarbeitenden und vier Kunden. Der Täter fordert eine am Boden kauernde Bankmitarbeiterin auf, ihm Geld zu geben. Nach der Herausgabe von insgesamt 148'780 Franken verlässt er das Gebäude über den Hinterausgang in Richtung Poststrasse. Die GKB-Kundenhalle bleibt danach den ganzen Tag geschlossen, die anwesenden Kundinnen und Kunden und die Angestellten werden durch ein Care Team betreut.
Das Bier danach
Danach folgt einer der Gründe, weshalb dieser Raub auch in der breiten Bevölkerung in Erinnerung bleibt. Denn der Täter versucht nicht, wie es in dieser Situation zu erwarten wäre, rasch Land zu gewinnen. Stattdessen flüchtet er nur in die nahe gelegene Reichsgasse. Dort begibt er sich in das Lokal «Ela Coffee and Cocktails». Die Pächterin wird später erzählen, dass der Mann relativ ruhig ihr Lokal betreten habe. Der Gast habe sich normal verhalten. Scheinbar macht der Überfall den 55-Jährigen aber durstig. Er bestellt im Lokal ein Bier. «Ausserdem sagte er, dass er Hunger habe, und fragte nach einem Schnitzel. Ich bot ihm Gipfeli und Kuchen an, er beliess es dann aber bei dem bestellten Bier», so die Pächterin.