Schlagertruppe aus dem Weisstannental landet in Dänemark einen kleinen Hit
von Michael Kohler und Susan Rupp
Schwendi im Weisstannental wird von der nachmittäglichen Februarsonne gewärmt. Der Bach, noch teilweise gefroren von den kalten Nächten, plätschert friedlich ins Tal hinaus, blauer Himmel krönt die Naturidylle. Hier im Sarganserland ennet den Bergen östlich des Sernftals ist Oswald Bleisch zu Hause, Sänger der Band Tomaros.
Diese ist im deutschsprachigen Raum kein unbeschriebenes Blatt, hat 2010 am Grand Prix der Volksmusik teilgenommen, mittlerweile vier Alben produziert und die Bühnen mit Schlagerstars wie Monique, Andy Borg oder Fantasy geteilt. Die Tomaros – komplettiert von Toni Meier und Markus Hobi – kennen die Schlager- und Bühnenwelt im In- und näheren Ausland wie die eigene Westentasche. Dem deutschen Schlager sind die drei Musiker in den 18 Jahren seit ihrer Gründung 2005 immer treu geblieben. Jedenfalls bis jetzt. Denn Ende Januar verkündete das Management der Tomaros die Herausgabe einer neuen Single, «Hjerte af guld». Wie es der Name schon verrät, wurde das Lied nicht auf Deutsch aufgenommen, sondern auf Dänisch.
Auf der Sonnenterrasse der «Mühle» in Schwendi ist Oswald Bleischs Antwort auf die erste Frage – «Wie gut ist Ihr Dänisch?» – ein Lachen. «Dänisch sagt mir gar nichts!», fügt er hinzu. Er erinnert sich, dass er die dänische Version von «Silbersträhnen im Haar» zwar auf Papier vor sich liegen hatte, aber nicht ansatzweise etwas verstanden hat, ja, nicht einmal entziffern konnte. «Wenns Italienisch gewesen wäre, hätte ich wenigsten die Buchstaben lesen können», sagt er und schüttelt lachend den Kopf. Was dann folgte, war viel Arbeit: Bleisch hat sich die dänische Aussprache angehört, wie das extra für ihn auf CD vorgesungen worden war, hat den Liedtext so abgeschrieben, dass es richtig klang – und dann die Buchstabenfolgen auswendig gelernt. Dass das bestens geklappt hat, zeigt die Aufnahme von «Hjerte af guld».