Der Druck auf die RhB nimmt zu
Zudem berichtet die IG «Stopp öV-Kahlschlag für Einheimische» von einer sehr grossen Unterstützung.
Aufgrund des aktuellen Lokführermangels sah sich die Rhätische Bahn (RhB) gezwungen, im ganzen Kanton sogenannte «Produktionsanpassungen» vorzunehmen. Grosse Auswirkungen hat dies auf die Strecke Davos – Filisur, wo die Züge R11 grundsätzlich durch Ersatzbusse geführt werden. In der Sommersaison zwischen Mai und Oktober verkehren täglich sechs, in der Hochsaison im Juli und August täglich zehn Zugpaare. Dass die Verbindungen zu Randzeiten während der gesamten Dauer der Produktionsanpassung als Bahnersatzbusse geführt werden sollen, stiess besonders bei Berufspendlern auf Kritik.
Fast 870 Unterstützende
Schnell bildete sich daher die IG «Stopp öV-Kahlschlag für Einheimische». Am Samstag vermeldete sie «Überwältigende Unterstützung für die Petition – jetzt muss die RhB nachbessern!» In einer Mitteilung heisst es: «Die Bevölkerung des Albulatals und aus Davos will per Bahn verbunden bleiben: Innerhalb von nur fünf Tagen haben schon deutlich über siebenhundert Personen die Petition ‹Stopp öV-Kahlschlag für Einheimische – Widerstand gegen die 9-monatige Einstellung der RhB-Linie Davos – Filisur› unterschrieben. Der grösste Teil von ihnen stammt aus der Region; 37 Prozent erklären, dass sie selbst direkt betroffen seien. Sowohl die Gemeinde Davos als auch die Gemeinde Bergün Filisur unterstützen die Forderungen der Petition, wie sie mitgeteilt haben.» Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses am Montagmittag verzeichnete die Petition 869 Unterstützende, womit das Sammelziel von 500 Unterschriften um 73 Prozent übertroffen wurde. Bei der IG freut man sich sehr darüber: «Einen so starken Widerstand dürfen die RhB, das kantonale Amt für Energie und Verkehr (AEV) und das Bundesamt für Verkehr (BAV) nicht ignorieren. Letztere bilden zusammen den sogenannten Besteller, leisten dafür grosse finanzielle Beiträge an die RhB und haben die beschönigend ‹Produktionsanpassungen› genannten massiven Leistungskürzungen genehmigt.» Die IG fordere mit Nachdruck, dass das ganze Jahr hindurch zumindest zu Pendelzeiten morgens und abends je zwei Züge zwischen Davos und Filisur verkehren. Es sei ein fataler Fehlentscheid, die Linie monatelang vollständig auf Busse zu verlegen, welche mehr als doppelt so lange unterwegs seien.