RhB bleibt trotz Turbulenzen in der Spur
Sorgenkind Güterverkehr
Die Zeiten für einen rentablen Güterverkehr waren schon günstiger. Zur Zeit herrscht ein Überangebot an Holz in den Zielmärkten. Auch der tiefe Eurokurs drücke den Umsatz des Güterverkehrs, vermeldet die Rhätische Bahn (RhB) in einer Medienmitteilung. Das Wegfallen der Transporte vom Ausbruchmaterial des neuen Albulatunnels fällt ebenso schwer ins Gewicht. Erschwerend hinzu kommt auch die Totalsperre im Unterengadin. Unter dem Strich verzeichnet die RhB ein Minus von 14,5 Prozent des Nettoerlöses beim Güterverkehr. Die Tonnagen bei den Branchen Lebensmittel/Getränke, Erdölprodukte, Post und übriger Verkehr konnten hingegen erhöht werden.
Die siebenmonatige Totalsperre hatte jedoch auch ihr Gutes: In dieser Zeit konnten unter anderem der Bahnhof Lavin und die Umsteigestation Sagliains behindertengerecht um- und ausgebaut werden. Auch die Bahnhöfe Ilanz und Poschiavo wurden umfassend umgebaut und modernisiert.
Erfolgreich unterwegs
Das Steckenpferd scheint der Panoramazug Bernina Express zu sein: Wie die RhB weiter schreibt, stieg hier die Nachfrage bis Ende Oktober 2019 um 30,1 Prozent. Auch der Autoverlad Veraina erlebt einen Aufschwung, es wurden 10,1 Prozent mehr Fahrzeuge transportiert. Laut RhB zeichne sich mittlerweile ab, dass in diesem Jahr, pünktlich zum 20-Jahr-Jubiläum, erstmals die Marke von 500'000 transportierten Fahrzeugen geknackt werde.
Die Angebotsseite brilliert ebenfalls im Jahresrückblick: Neuerungen wie der Bernina Diavolezza Express oder der Erlebniszug Rheinschlucht/Ruinalta erhielten grossen Zuspruch. Die Erwartungen übertroffen habe die Glacier-Express-Excellence Class: sie war zu 55 Prozent ausgelastet. Ausserdem wurde die Luxusklasse des Glacier-Express mit einem «Milestone Award» für innovative Tourismusangebote ausgezeichnet. Auch die historischen Fahrten zwischen Davos und Filisur dürfen glänzen – sie waren ebenfalls für einen «Milestone-Award» nominiert. Die Shuttle-Züge zum World Economic Forum wurden rege genutzt und werden deshalb auch beim WEF 2020 wieder eingesetzt werden, schreibt die RhB.