Zu Tisch mit Thomas Mann
«Die Kunst ist ein Steckenpferd von mir, und wer mich kennt, weiss von meiner Geschichte als Teil der Davoser Kunstszene», sagt Marietta Zürcher. Als Hotelière im Waldhotel kann sie ihre Leidenschaft nun auch beruflich ausleben und bringt immer wieder neue Kunst in ihren Betrieb. Dabei schreckt sie auch vor Speziellem nicht zurück. «Wichtig ist, dass ich persönlich hinter einem Projekt stehen kann.» Kunst sei ohnehin sehr subjektiv, es mache ihr daher nichts aus, wenn auch mal nur einige Wenige den Weg zum Kunstereignis fänden. «Andere Sachen finden wiederum ein sehr grosses Publikum.» An Feiertagen – «Das sind Momente, wenn wir viele Gäste im Haus haben, die einfach nicht alleine zu Hause sein wollen» – suche sie eher populäre, alle ansprechende Programme aus. «Eine Zaubershow geht immer.»
Vorlage zum «Zauberberg»
Dazwischen gibt es immer auch Gelegenheit, mit eher experimentellen Formaten zu punkten. Dazu gehört die Verschmelzung von Literatur und Video. Bereits vor zwei Jahren machte Zürcher einen virtuellen Austausch zwischen dem Autor Thomas Mann und den Besuchenden möglich, dieses Jahr bittet sie den Literaten gar im Waldhotel zu Tisch. Das bietet sich an, denn vor gut 100 Jahren, als seine Frau Katia in Davos zur Kur weilte, verbrachte sie ihre Tage in eben diesem Haus, damals Sanatorium Dr. Jessen geheissen. Heuer jährt sich die Erscheinung von Thomas Manns «der Zauberberg» zum hundertsten Mal. Der Anstoss zum Literaturklassiker liegt eben in Katias Aufenthalt und Thomas Besuch in Davos. Der «Zauberberg» ist im Waldhotel daher ständig ein Thema. «Demnächst reist eine Reisegruppe von Zauberberg-Kennern und -Liebhabern an. Sie haben sich dieses Hotel nicht zufällig ausgesucht», erzählt Zürcher.
Beim im Juli und August zur Ausführung kommenden Projekt «Being Thomas Mann», greift Zürcher auf die Zusammenarbeit mit dem bewährten Produktionsteam von «Raum+Zeit» zurück.