Von der Ausgrenzung zur Inklusion
DZ: Max, du bist seit einiger Zeit im Musikbusiness dabei. Wie schwierig oder wie leicht war der Einstieg in dieses Metier?
Max Berend: Eigentlich bin ich erst seit etwas mehr als einem Jahr wirklich im Musikbusiness mit dabei – also gar nicht mal so lange. Nach der Veröffentlichung meines Debut-Albums «Red Little Paper Kite» im Oktober 2021 habe ich mich Schritt für Schritt in der Musikbranche zurechtgefunden. Ich denke, jeder Einstieg ist in erster Linie schwierig. Ich bin auf meinem Weg vielen unerwarteten Barrieren und Herausforderungen begegnet. Wie wird meine Musik im Radio gespielt? Wie wählt ein Booker einen Künstler aus? Alles Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind, da die Entscheidungen nicht immer transparent sind oder vom Geschmack des Gegenübers abhängen. Mit dem Ansatz «machen, scheitern und daraus lernen», welchen ich aus meiner Zeit in inklusiven Teams mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung lernen durfte, wurde alles etwas leichter. Ich habe gelernt, nicht die Lösung von meinem Gegenüber in der Branche zu erwarten, sondern sie in erster Linie stets bei mir selbst zu finden. Das ist zwar auch nicht immer leicht, aber ich mache dadurch meine Musik mit mehr Leichtigkeit, und es ergeben sich mehr Möglichkeiten.
Welche Höhepunkte durftest du als Künstler bereits erleben?
Der grösste Höhepunkt bisher ist für mich die neue Kollaboration mit dem Tabula Musica Orchester, welches je zur Hälfte aus Musikern mit und ohne Behinderung besteht und ausgebildet ist, in professionellem Umfeld zu spielen. Das Orchester hatte bereits Kollaborationen mit Lo und Leduc, Jeans for Jeans sowie mit dem Sinfonieorchester Biel Solothurn (TOBS). Nun darf ich mich mit der Band in diese Kollaborationsliste einreihen und die neue Platte «She, the Sea» mit ihnen gemeinsam aufführen. Das ist eine grosse Ehre und Freude für mich. Weitere Höhepunkte waren natürlich das Songbird Festival in Davos sowie das Gurtenfestival in Bern.