Jung und talentiert: 14-jähriger Bündner fotografiert die Natur
Um 6.30 Uhr morgens treffen wir Nando – und zwar an einem geheimen Ort, den der 14-jährige Hobbyfotograf aus Zizers lieber nicht preisgeben möchte. Er ist wie so oft mit seiner Kamera und Ausrüstung unterwegs. Wir beobachten gemeinsam unter anderem einen Biber und zwei Eisvögel. Der junge Fotograf verbringt seine Freizeit leidenschaftlich gerne in der Natur. «Ich gehe oft in den frühen Morgenstunden los, weil man dann die Tiere besonders gut fotografieren kann. Auch am Abend sind die Lichtverhältnisse ideal», erklärt er.
Schon in jungen Jahren entdeckte Nando seine Leidenschaft zur Fotografie und zur Tierwelt. Inspiration waren die Wildbeobachtungen, die er häufig mit seinem Götti machte. «Zu meinen Geburtstagen wünschte ich mir meistens Fotozubehör. Mit neun Jahren bekam ich meine erste Canon-Kamera, die es mir endlich ermöglichte, die Tiere, die ich beobachtete, auch festzuhalten», erzählt er. Nando betont, wie wichtig es ist, ruhig und geduldig zu sein, um gute Fotos zu schiessen. «Die Zeit in der Natur ist für mich somit auch Entspannung», sagt er. Sein grosser Traum ist es, später einmal Wildhüter oder Wildbiologe zu werden.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Mit einem Bild eines Rehkitzes gewann er den «Südostschweiz»-Leserbild-Wettbewerb für den diesjährigen Monat Juni. Er erläutert bei unserem Spaziergang die Entstehungsgeschichte davon: «In meiner Nähe gibt es einen Bauernhof. Die Bauern rufen mich manchmal an, wenn sie die Wiesen vor dem Mähen mit der Drohne abfliegen und dabei ein Rehkitz entdecken.» Eines Abends erhielt er wieder einen Anruf und ging zum Feld, wo die zuvor entdeckten Rehkitze mit Kisten abgedeckt worden waren. «Nachdem die Kisten entfernt wurden, blieben zwei Rehkitz-Zwillinge liegen», erzählt Nando. Eines blickte in seine Richtung – und er drückte den Auslöser.