Hirschkühe und Schusswaffen locken an die Urne
Hitzige Diskussionen an Podiumsgesprächen, in den Leserbriefspalten und am Stammtisch haben in den letzten Wochen gezeigt, dass die Abstimmungsvorlagen vom 19. Mai zahlreiche Gemüter bewegen. Ob die offensichtlich emotionalen Themen wie Sonderjagd, Waffenrecht und AHV-Finanzierung aussergewöhnlich viele Stimmbürger zur Urne locken können, wird sich am Sonntagnachmittag zeigen. Bei einigen Gemeinden zeichnen sich aber schon jetzt Tendenzen ab. Diese Zeitung hat bei den fünf einwohnerstärksten Gemeinden des Kantons Graubünden nachgefragt, wie viele Stimmkuverts bereits eingegangen sind.
Höher als am 10. Februar in Ems
In Domat/Ems sind bis am Freitagmorgen insgesamt 1523 Stimmkuverts eingegangen, wie Gemeindeschreiberin Yvonne Müller sagte. Das entspreche einer Stimmbeteiligung von rund 30 Prozent. «Ich würde nicht sagen, dass diese Stimmbeteiligung hoch ist», so Müller. Sie sei ungefähr im gleichen Rahmen wie sonst auch.
Trotzdem sei die Stimmbeteiligung etwas höher als bei der letzten Volksabstimmung am 10. Februar. «Dort zählten wir am Schluss nur etwa 1400 Personen, die brieflich abgestimmt haben», erklärte Müller. Diese Zahl habe man diese Woche mit den 1523 Kuverts bereits überschritten. «Das liegt vielleicht an der Attraktivität der Vorlagen.» Bis am Sonntag werde die Stimmbeteiligung wahrscheinlich noch steigen, denn in der Regel würden am Wochenende noch rund 300 bis 400 Kuverts eintreffen, so die Gemeindeschreiberin.
Dass am Abstimmungssonntag an der Urne noch viele Stimmzettel dazukommen, ist unwahrscheinlich: «Denn die meisten Leute stimmen brieflich ab», sagt Müller. An die Urne gehe nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Stimmberechtigten.
St. Moritz bei 40 Prozent
In der Gemeinde St. Moritz liegt die Stimmbeteiligung rund zehn Prozent höher als in Domat/Ems. Ulrich Rechsteiner von der Gemeindekanzlei St. Moritz gab am Freitagvormittag eine Beteiligung von 40 Prozent an. Die Gemeinde St. Moritz habe 2625 Kuverts verschickt und 1062 Stimmkuverts erhalten, wie er sagte. Bei den letzten Abstimmungen vom Sonntag, 10. Februar, lag die Stimmbeteiligung in der Gemeinde bei rund 43 Prozent.