Grosse Ehre für Paola Gianoli
Auf Empfehlung der beiden Eidgenössischen Jurys für Theater und Tanz zeichnet das Bundesamt für Kultur (BAK) die Basler Regisseurin und Intendantin Barbara Frey mit dem diesjährigen Schweizer Grand Prix Darstellende Künste / Hans-Reinhart-Ring aus. Ausserdem werden laut Mitteilung neun Schweizer Preise Darstellende Künste vergeben, die mit je 40'000 Franken dotiert sind. Einer dieser Preise geht an die 1963 geborene Bündnerin Paola Gianoli.
Gianoli wuchs in Poschiavo auf, ist Übersetzerin und praktiziert seit 1989 Contact Improvisation, eine postmoderne Tanzform. Lange Zeit lebte sie in Genf. Seit sie in ihre Heimat zurückkehrte, setzt sie sich dafür ein, Kultur und insbesondere den Tanz in die periphere Region Puschlav einzuladen, wie das BAK in der Mitteilung schreibt. Dieses Tal verfüge über keine Theaterinfrastruktur. Zusammen mit dem Verein Riverbero suche Gianoli Mittel und Wege, zeitgenössische Kulturprojekte von hoher Qualität in das Puschlav zu bringen, die meist den urbanen Städten vorbehalten seien. «Damit will sie nicht nur das lokale Kulturangebot erweitern, sondern es geht ihr auch darum, Peripherie und Zentren einander näherzubringen und verschiedene Regionen in einen fruchtbaren Dialog zu bringen.» Gezielt adressiere Gianoli das Publikum aus dem Engadin, dem Bergell und dem Veltlin, um diese drei Nachbarregionen zu verbinden und den Zusammenhalt zu stärken.