Graubünden will kein Stimmrechtsalter 16
Das Bündner Stimmvolk hat einem Stimm- und Wahlrecht für 16- und 17-Jährige eine Abfuhr erteilt. Gut 67 Prozent der Bündnerinnen und Bündner sprachen sich gegen eine Senkung des Stimm- und Wahlrechtsalters aus.
Der Kanton Glarus bleibt somit der einzige Kanton, in dem bereits 16- und 17-Jährige auf kantonaler Ebene wählen und abstimmen dürfen. In Graubünden bleibt die Altersgrenze weiterhin bei 18 Jahren.
Im Vorfeld empfahlen SP, GLP, Mitte, Grüne und EVP ein Ja, SVP und FDP sprachen sich für ein Nein aus.
Eine Annahme hätte bewirkt, dass rund 3000 Jugendliche ab 2027 bei kantonalen Abstimmungen und Wahlen hätten mitbestimmen dürfen. Die Anzahl der Stimmberechtigten hätte sich auf 146'000 Personen erhöht. Bei kommunalen Abstimmungen hätten die Gemeinden weiterhin selbst entscheiden können, ob 16- und 17-Jährige ebenfalls mitbestimmen dürfen.
Die Gegner der Altersanpassung argumentierten in der Abstimmungsbotschaft, dass Jugendlichen unter 18 Jahren die politische Reife fehle und sie einer grösseren Gefahr der Beeinflussung – etwa durch soziale Medien – ausgesetzt seien. Zudem störte sie, dass ein Stimmrechtsalter 16 nicht mit den zivil- und staatsrechtlichen Verantwortlichkeiten übereinstimme.
Die Mehrheit des Bündner Parlaments sah in der Vorlage hingegen die Chance, der Überalterung der Gesellschaft entgegenzuwirken und junge Menschen früher mitgestalten zu lassen. Ausserdem sollte das Volk in dieser «wichtigen staatsrechtlichen Frage» entscheiden, weshalb auch einige kritische Stimmen im Parlament mit Ja gestimmt hatten, wie es in der Abstimmungsbotschaft heisst.
Ablehnung entspricht nationalem Trend
Graubünden reiht sich mit seiner Ablehnung in einen nationalen Trend ein. 2024 wurde das Begehren auf nationaler Ebene vom Parlament verworfen. Im vergangenen Jahr lehnten die Stimmberechtigten des Kantons Luzern die Herabsetzung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre mit fast achtzig Prozent der Stimmen ab. Auch in zahlreichen weiteren Kantonen scheiterte das Ansinnen im Parlament oder bei einer Volksabstimmung.